
Amazon lotete Anfang Oktober 2026 Finanzierung von Nvidia-Chips im Wert von 8 Milliarden Dollar über Zweckgesellschaft aus
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Kernaussagen
- Amazon lotete Anfang Oktober 2026 eine Finanzierungsstruktur aus, um Nvidia-Chips im Wert von rund 8 Milliarden Dollar in eine Zweckgesellschaft zu übertragen und die Hardware dann zurückzuleasen.
- Amazon erwartet für 2026 Investitionsausgaben in Höhe von 220 Milliarden Dollar, eine Erhöhung um 20 Milliarden Dollar gegenüber der früheren Prognose.
- Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate fiel auf minus 7,6 Milliarden Dollar, getrieben durch einen Anstieg der Investitionen in Sachanlagen um 66,1 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr.
- Die langfristigen Schulden stiegen auf 119,1 Milliarden Dollar von 65,6 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, ein Zuwachs um 82 Prozent.
- Konzernchef Andy Jassy warnte, dass das Unternehmen die Kundennachfrage voraussichtlich bis 2026 und ins Jahr 2027 hinein nicht vollständig werde bedienen können.
- Grace Blackwell ist bereits eine Generation hinter Nvidias aktueller Vera-Rubin-Architektur.
Amazon lotete Anfang Oktober 2026 eine Finanzierungsstruktur aus, um Nvidia-Chips im Wert von rund 8 Milliarden Dollar in eine Zweckgesellschaft zu übertragen und die Hardware dann zurückzuleasen. Die Gespräche befanden sich zu diesem Zeitpunkt in einem frühen Stadium und konnten sich noch ändern.
8 Milliarden Dollar Chips als Leasingobjekt
Nach der geplanten Struktur würde Amazon bereits installierte oder in der Einführung befindliche Grace-Blackwell-GPUs von Nvidia in ein Special Purpose Vehicle (SPV) einbringen. Dieses würde über Fremdkapital finanziert, während Amazon die Halbleiter zurückleast und weiterhin in seinen Rechenzentren nutzt. Externe Investoren könnten eine Kapitalbeteiligung von bis zu 10 Prozent an der Zweckgesellschaft erhalten, Amazon selbst würde keine Anteile halten.
Die Chips sind laut den Quellen bereits in mehr als einem Dutzend Rechenzentren in mindestens fünf US-Bundesstaaten im Einsatz, darunter Nevada und Virginia. Die Transaktion würde die Vermögenswerte aus Amazons Bilanz herausnehmen und die Leasingverpflichtung in den Anhang verlagern, statt als Schulden auszuweisen.
Amazon verbrachte die Wochen vor Bekanntwerden der Berichte damit, potenzielle Investoren über die geplante Struktur zu informieren. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme ab, Nvidia reagierte nicht auf Anfragen.
220 Milliarden Dollar Kapitalausgaben belasten Cashflow
Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund enormer Finanzierungslasten für den Ausbau der KI-Infrastruktur. Amazon erwartet für 2026 Investitionsausgaben in Höhe von 220 Milliarden Dollar, eine Erhöhung um 20 Milliarden Dollar gegenüber der früheren Prognose. Der größte Teil fließt in Rechenzentren der Cloud-Sparte AWS und die dafür erforderlichen Chips.
Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate fiel auf minus 7,6 Milliarden Dollar, getrieben durch einen Anstieg der Investitionen in Sachanlagen um 66,1 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Allein im zweiten Quartal gab Amazon 54,2 Milliarden Dollar für Kapitalprojekte aus, 68 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die langfristigen Schulden stiegen auf 119,1 Milliarden Dollar von 65,6 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, ein Zuwachs um 82 Prozent. Um die Expansion zu finanzieren, trat Amazon wiederholt an den Anleihenmarkt. Im März kündigte das Unternehmen eine Unternehmensanleihe über rund 50 Milliarden Dollar an, eine Aufstockung von ursprünglich geplanten 37 Milliarden Dollar nach starker Nachfrage. Eine weitere Emission über 25 Milliarden Dollar im Juli stieß auf größeren Widerstand, Investoren forderten höhere Renditen für längere Laufzeiten.
Jassy: Nachfrage 2026 und 2027 nicht zu decken
Konzernchef Andy Jassy sagte im Rahmen der Quartalszahlen im Juli, dass steigende Speicherchip-Preise und anhaltende Nachfrage nach KI-Kapazitäten die höheren Ausgabenziele antreiben. Er räumte ein, dass Amazon bereits Fremdkapitalmärkte genutzt habe und mehrere Finanzierungsoptionen zur Verfügung stünden. Zugleich warnte er, dass das Unternehmen die Kundennachfrage voraussichtlich bis 2026 und ins Jahr 2027 hinein nicht vollständig werde bedienen können.
Die SPV-Struktur würde es Amazon ermöglichen, die Kreditwürdigkeit zu wahren, während die Leasingverpflichtung in den Anhang der Bilanz wandert und nicht als Schulden auf der Aktivseite erscheint.
Chip-Obsoleszenz als Risiko für Investoren
Ein zentrales Problem der Struktur liegt in der schnellen Alterung der Hardware. Grace Blackwell ist bereits eine Generation hinter Nvidias aktueller Vera-Rubin-Architektur. Nvidia beziffert die Token-Kosten von Vera Rubin mit dem 35-fachen Vorteil gegenüber Grace Blackwell Ultra und schätzt den Umsatz pro Gigawatt auf etwa 25 Milliarden Dollar für Grace Blackwell und rund 40 Milliarden Dollar für Vera Rubin.
Laut Jassy amortisieren sich Server in etwas weniger als drei Jahren und halten mindestens fünf bis sechs Jahre. Unter der SPV-Struktur würde Amazon die frühen, profitablen Jahre behalten, während Kreditgeber mit den späteren Jahren konfrontiert wären, in denen ein zwei Generationen alter Chip refinanziert oder weiterverkauft werden muss.
Die Vereinbarung wird in den Quellen als klug für Amazon, aber potenziell riskant für Fremdkapitalgeber charakterisiert. Im Gegensatz zu klassischen Sale-Leaseback-Strukturen wie bei Flugzeugen, die Jahrzehnte im Einsatz bleiben, verlieren Halbleiter deutlich schneller an Wert.
Hyperscaler behandeln Chips als eigene Anlageklasse
Die Transaktion wäre einer der direktesten Versuche eines Hyperscalers, KI-Chips als eigenständige Anlageklasse zu behandeln, die Fremdkapital- und Leasingstrukturen stützen kann, statt sie dauerhaft als Betriebsmittel in der Bilanz zu führen. Sollte die Struktur realisiert werden, könnte sie ein Muster für andere Cloud-Anbieter setzen, die mit ähnlichen Kapitalengpässen konfrontiert sind.