Hohe Kakaopreise sind für viele Hersteller derzeit ein echter Stimmungskiller. Lindt zeigt nun aber, dass sich ein starker Markenname in so einer Lage weiter auszahlt. Der Schweizer Schokoladenkonzern hat 2025 beim operativen Gewinn nicht nur zugelegt, sondern die Erwartungen am Markt sogar leicht übertroffen.
Konkret stieg das operative Ergebnis, also der Gewinn vor Zinsen und Steuern, um rund 10 Prozent auf 971 Millionen Schweizer Franken. Analysten hatten im Schnitt nur mit 968,9 Millionen Franken gerechnet. Das ist zwar kein riesiger Abstand, aber eben doch ein Zeichen dafür, dass Lindt das schwierige Kostenumfeld bislang besser wegsteckt als viele andere. Der entscheidende Punkt: Das Unternehmen hat die stark gestiegenen Kakaopreise an die Kunden weitergegeben.
Profitabilität steigt trotz Kostendruck
Auch bei der Marge ging es nach oben. Die EBIT-Marge, also der Anteil des operativen Gewinns am Umsatz, legte um 20 Basispunkte auf 16,4 Prozent zu. Basispunkte klingen erst mal sperrig, sind am Ende aber nichts anderes als Hundertstel-Prozentpunkte. Mit anderen Worten: Die Profitabilität hat sich verbessert, obwohl der Kostendruck hoch geblieben ist. Genau das dürfte Anlegern gefallen.
Beim Ausblick wird Lindt allerdings etwas vorsichtiger. Im Januar hatte der Konzern für 2026 und die Jahre danach noch ein organisches Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent in Aussicht gestellt. Jetzt spricht das Unternehmen nur noch von 4 bis 6 Prozent pro Jahr. Das ist keine Katastrophe, aber eben doch ein Dämpfer. Offenbar traut Lindt dem eigenen Geschäft weiterhin einiges zu, rechnet beim Wachstum aber nicht mehr ganz mit so viel Rückenwind wie noch vor wenigen Wochen.
Wachstumsausblick bekommt einen Dämpfer
An der Prognose für die operative Marge hält der Konzern dagegen fest. Lindt erwartet weiterhin, dass die EBIT-Marge im Vergleich zum Vorjahr um 20 bis 40 Basispunkte steigt. Unterm Strich steht damit ein gemischtes, aber solides Bild: Das Geschäft läuft robust, die Marke bleibt stark, und die höheren Rohstoffkosten lassen sich bislang abfedern. Nur beim Wachstum zieht das Management die Zügel jetzt etwas enger. Genau darin steckt die eigentliche Botschaft dieser Zahlen.

