
Ich bin gerade über einen Artikel gestolpert, der sich damit beschäftigt, wie man Warren Buffetts Anlagestrategie mit ETFs nachbilden kann. Das Thema finde ich spannend, aber gleichzeitig bin ich skeptisch.
Als Steuerberater sehe ich täglich, wie sich Leute den Kopf zerbrechen über komplizierte Anlagestrategien. Buffett selbst hat ja mehrfach gesagt, dass er für die meisten Privatanleger einfach den S&P 500 empfiehlt. Jetzt gibt es aber offenbar ETFs, die seine Picks oder seinen Value-Ansatz nachbilden wollen.
Meine Frage ist: Verliert man da nicht genau das, was Buffetts Strategie ausmacht? Der Mann sitzt auf Cash, wartet jahrelang auf Gelegenheiten und investiert dann massiv. Er hält Positionen ewig. Das kann doch kein ETF wirklich abbilden, oder? Ein ETF muss sich an bestimmte Regeln halten, regelmäßig rebalancen und kann nicht einfach jahrelang Bargeld horten.
Ich habe selbst einen MSCI World ETF als Kerninvestment und bin damit ganz zufrieden. Breit gestreut, niedrige Kosten, fertig. Wenn ich jetzt anfange, Buffett-ETFs dazuzunehmen, zahle ich wahrscheinlich höhere Gebühren für etwas, das bestenfalls eine verwässerte Version seiner Strategie ist.
Andererseits: Value-Investing als Ansatz hat ja durchaus seinen Charme. Vielleicht ist so ein ETF ein guter Mittelweg für Leute wie mich, die nicht die Zeit oder das Wissen haben, einzelne unterbewertete Aktien rauszupicken?
Was meint ihr dazu? Hat jemand Erfahrung mit solchen Strategie-ETFs? Oder ist das am Ende nur Marketing, und man fährt mit einem simplen Welt-ETF besser?
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