Hallo zusammen,
ich habe gerade gelesen, dass die 30-jährige US-Anleiherendite auf dem höchsten Stand seit 2002 ist und auch die 10-Jahres-Rendite bei 5,3 Prozent liegt. Das beschäftigt mich ehrlich gesagt ziemlich, weil ich einen großen Teil meines Portfolios in ETFs auf den MSCI World und auch einige Einzelaktien wie Siemens habe.
Meine Überlegung ist folgende: Wenn Anleihen jetzt solche Renditen bringen, wird das für Aktien natürlich ungemütlicher. Die Bewertungen werden unter Druck gesetzt, gerade bei Growth-Titeln, aber eigentlich bei allen Unternehmen, weil der risikofreie Zins ja die Messlatte nach oben verschiebt. Gleichzeitig lese ich immer wieder, dass man als langfristiger Anleger solche Phasen einfach aussitzen sollte.
Was mich interessiert: Passt ihr eure Strategie bei solchen Zinsniveaus an? Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass Diversifikation und ein langer Anlagehorizont die beste Strategie sind. Aber sollte man nicht trotzdem zumindest über eine teilweise Umschichtung in Anleihen oder defensive Werte nachdenken? Oder ist das genau der Fehler, den man als privater Anleger macht, weil man versucht, den Markt zu timen?
Ich habe eine moderate Risikotoleranz und eigentlich noch mindestens 20 Jahre bis zur Rente. Trotzdem fühlt sich die aktuelle Situation irgendwie anders an als frühere Korrekturen. Die Kombination aus hohen Renditen bei Staatsanleihen und gleichzeitig noch relativ hohen Aktienbewertungen macht mich unsicher.
Wie seht ihr das? Bleibt ihr bei eurer Strategie oder habt ihr schon Anpassungen vorgenommen?
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