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Steuerfreie ETFs in der Schweiz – lohnt sich ein Depot dort für deutsche Anleger?
Klaus Weber
Klaus Weber30.09.2026 13:330

Ich bin gerade über einen Artikel zu steuerfreien ETFs in der Schweiz gestolpert und musste natürlich genauer hinschauen. Als Steuerberater sehe ich täglich, wie viel vom Ertrag am Ende beim Fiskus landet, und da klingeln bei solchen Überschriften natürlich die Ohren.

Jetzt die Frage: Wie realistisch ist das Ganze eigentlich für uns deutsche Privatanleger? Theoretisch klingt die Schweiz ja verlockend, aber in der Praxis gibt es da einige Haken. Zunächst einmal greift das deutsche Steuerrecht auch dann, wenn ich als deutscher Steuerpflichtiger im Ausland investiere. Sprich: Die Kapitalertragsteuer und der Soli werden fällig, egal wo das Depot liegt. Das Doppelbesteuerungsabkommen hilft zwar, aber steuerfrei wird es dadurch nicht.

Was mich wirklich interessiert: Gibt es trotzdem Szenarien, in denen ein Schweizer Depot Sinn macht? Vielleicht bei bestimmten Fondsstrukturen oder wenn man sowieso vorhat, später in die Schweiz zu ziehen? Oder ist das am Ende nur Marketing für Schweizer Anleger, die tatsächlich von ihrer Quellensteuer-Regelung profitieren können?

Ich habe ein paar Mandanten, die immer wieder nach solchen Modellen fragen, vor allem wenn sie von vermeintlichen Steueroasen hören. Meine Standard-Antwort ist immer: Erst die deutschen Steuergesetze checken, bevor man sich in komplizierte Konstrukte stürzt. Aber vielleicht übersehe ich ja auch etwas. Hat hier jemand Erfahrungen mit Schweizer Depots gemacht oder kennt sich mit den steuerlichen Details besser aus? Würde mich echt interessieren, ob da mehr dran ist als heiße Luft.

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