
Ich bin gerade über einen Artikel zu steuerfreien ETFs in der Schweiz gestolpert und musste direkt daran denken, wie unterschiedlich die steuerliche Behandlung von ETFs in verschiedenen Ländern sein kann. Als Steuerberater beschäftige ich mich täglich mit solchen Themen, und ehrlich gesagt macht mich das manchmal neidisch auf unsere Schweizer Nachbarn.
In Deutschland haben wir ja seit 2018 die Investmentsteuerreform, die mit der Vorabpauschale und den verschiedenen Teilfreistellungen arbeitet. Das ist zwar mittlerweile eingespielt, aber von steuerfrei kann man bei uns nicht wirklich sprechen. Gerade bei thesaurierenden ETFs zahlt man erst einmal die Vorabpauschale auf die fiktiven Erträge, auch wenn man noch gar nichts verkauft hat.
Was mich besonders interessiert: Welche Strategien aus dem Schweizer Modell könnten auch für uns deutsche Anleger relevant sein? Ich denke da zum Beispiel an die Strukturierung von Portfolios oder die Auswahl bestimmter Fondsdomizile. Irland und Luxemburg sind ja die klassischen Domizile für ETFs, die auch steuerlich ihre Vorteile haben können.
Aus meiner Beratungspraxis sehe ich immer wieder, dass viele Privatanleger die steuerlichen Aspekte bei der ETF-Auswahl komplett ignorieren. Dabei kann der Unterschied zwischen einem steuereffizienten und einem steuerineffizienten Portfolio über die Jahre durchaus fünfstellige Beträge ausmachen. Gerade bei größeren Depots ab 100.000 Euro aufwärts wird das richtig relevant.
Hat jemand von euch Erfahrungen mit grenzüberschreitenden Strukturen oder kennt sich mit den Unterschieden zwischen deutscher und Schweizer Besteuerung aus? Würde mich echt interessieren, wie andere das Thema Steueroptimierung bei ihren ETF-Investments angehen.
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