Ich hab gerade gelesen, dass die 10-Jahres-Rendite wieder bei 5% steht, und jetzt frage ich mich ernsthaft: Macht es überhaupt noch Sinn, in Dividendenaktien zu investieren, wenn ich quasi risikolos 5% vom Staat bekomme?
Klar, Dividend Aristocrats haben ihre Ausschüttungen mindestens 25 Jahre lang erhöht und sind solide Unternehmen. Aber wenn ich mir mein Portfolio anschaue, dann liegen viele meiner Dividendenwerte bei Renditen zwischen 3 und 4 Prozent. Da stellt sich schon die Frage nach dem Risiko-Rendite-Verhältnis. Im Labor würde ich sagen: Die Kontrollgruppe performt besser als die Testgruppe.
Andererseits gibt es natürlich das Argument der Dividendensteigerungen. Ein Aristocrat wie Johnson & Johnson oder Procter & Gamble erhöht die Dividende Jahr für Jahr. Wenn ich da jetzt einsteige mit beispielsweise 3,5% Rendite, könnte das in zehn Jahren bei 6 oder 7 Prozent auf meinen Einstandskurs liegen. Plus eventuelle Kurssteigerungen. Das schafft ein Treasury nicht.
Aber ehrlich gesagt macht mich die aktuelle Situation doch nervös. Historisch gesehen sind 5% Treasury-Renditen schon eine Ansage. Viele institutionelle Anleger werden ihr Geld umschichten, und das könnte Druck auf Aktienkurse ausüben, gerade bei defensiven Dividendentiteln, die oft als Anleihenersatz gesehen werden.
Was denkt ihr? Haltet ihr an euren Dividend Aristocrats fest oder überlegt ihr, zumindest einen Teil in sichere Staatsanleihen umzuschichten? Ich bin hin und her gerissen zwischen der langfristigen Perspektive und der aktuell attraktiven risikofreien Alternative.
0 Antworten
Anmelden, um zu antworten.