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Tech-Bewertung nach KGV – reicht das bei Siemens und Co überhaupt noch?
Martin Feldmann
Martin Feldmann11.09.2026 18:060

Ich hab mir gerade den Artikel zu KGV und PEG Ratio bei Tech-Aktien durchgelesen und frage mich, ob diese klassischen Kennzahlen bei den heutigen Technologieunternehmen überhaupt noch aussagekräftig sind. Klar, KGV ist eine Standardmetrik und ich nutze sie selbst regelmäßig, aber gerade bei Siemens zum Beispiel, die ja zwischen klassischem Industriekonzern und Tech-Player stehen, wird es kompliziert.

Bei meiner täglichen Arbeit in der Produktentwicklung sehe ich, wie viel Kapital in Forschung und Entwicklung fließt, bevor überhaupt ein Cent Gewinn rauskommt. Wenn ich dann das KGV von Siemens mit dem eines reinen Software-Unternehmens vergleiche, ist das fast wie Äpfel mit Birnen. Die Capex-Strukturen sind völlig unterschiedlich, die Skalierbarkeit auch. Bei einem ETF wie dem MSCI World spielt das weniger eine Rolle, weil da die Diversifikation greift, aber bei Einzelaktien muss man schon genauer hinschauen.

Was mich interessieren würde: Wie gewichtet ihr solche Kennzahlen, wenn ihr euch Industrieunternehmen mit starkem Tech-Anteil anschaut? Verlasst ihr euch hauptsächlich auf KGV oder schaut ihr eher auf Free Cashflow und operative Margen? Ich persönlich finde die PEG Ratio mittlerweile fast wichtiger, weil sie wenigstens das Wachstum mit einbezieht, aber auch da gibt es Fallstricke.

Bei der Münchener Rück zum Beispiel sind die Bewertungsmetriken wieder völlig anders, weil das Geschäftsmodell auf Risikoprämien basiert. Da nutzt mir ein Tech-KGV relativ wenig. Kurz gesagt: Ich glaube, man muss immer den Kontext und die Branche mit einbeziehen, sonst laufen solche Standardkennzahlen schnell ins Leere. Wie seht ihr das?

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