
Ich habe gerade einen Artikel zum Thema Freistellungsauftrag gelesen und musste schmunzeln, weil ich diese Woche genau das Thema mit drei Mandanten durchgekaut habe. Als Steuerberater sehe ich das jeden Tag, aber bei meinem eigenen Depot bin ich manchmal auch zu bequem.
Die Sache ist ja die: Der Sparerpauschbetrag liegt aktuell bei 1000 Euro für Singles und 2000 Euro für Verheiratete. Klingt erst mal simpel. Aber in der Praxis haben viele Leute drei, vier oder mehr Depots und Konten verteilt bei verschiedenen Banken. Da wird es dann schnell unübersichtlich.
Ich persönlich habe mein Hauptdepot bei einer Direktbank, dort läuft mein MSCI World ETF Sparplan. Dann noch ein Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank mit ganz ordentlichen Zinsen im Moment, und ein kleineres Depot für deutsche Dividendenwerte. Das Problem: Wenn ich den Freistellungsauftrag nicht vernünftig verteile, verschenke ich bares Geld.
Meine Frage an euch: Wie handhabt ihr das konkret? Verteilt ihr den Freibetrag prozentual nach erwarteten Erträgen, oder stellt ihr einfach pauschal gleiche Beträge ein? Ich habe mir angewöhnt, einmal im Jahr im Dezember durchzurechnen, wo wieviel Zinsen und Dividenden anfallen werden, und passe dann für das nächste Jahr an. Kostet mich vielleicht eine Stunde Zeit, spart aber locker ein paar hundert Euro Steuern.
Ein Mandant von mir hatte neulich tatsächlich bei einer Bank einen Freistellungsauftrag über 1500 Euro liegen, obwohl dort nur 200 Euro Zinsen anfielen. Bei seiner anderen Bank mit 1200 Euro Dividenden hatte er gar keinen Auftrag. Der hat dann rund 250 Euro zu viel Abgeltungssteuer gezahlt. Kann man zwar über die Steuererklärung zurückholen, aber wer will schon freiwillig dem Finanzamt einen zinslosen Kredit geben?
Was sind eure Erfahrungen damit? Gibt es Tools oder Tricks, die ihr nutzt?
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