
Hallo zusammen, ich bin gerade auf einen Artikel über Covered Calls gestoßen und überlege jetzt ernsthaft, ob das eine sinnvolle Strategie für mein langfristiges ETF Portfolio sein könnte. Bin ja seit Jahren überzeugter Buy and Hold Anleger mit Schwerpunkt auf MSCI World und anderen breit gestreuten ETFs, aber die Idee, zusätzliches Einkommen durch Optionsprämien zu generieren, klingt erstmal interessant.
Was mich aber skeptisch macht: Bei meinem VGWL.DE und ähnlichen Positionen geht es mir ja um langfristigen Vermögensaufbau ohne viel Aufwand. Covered Calls bedeuten doch aktives Management, laufende Entscheidungen über Strike Preise und Laufzeiten, und im worst case verkaufe ich meine Anteile genau dann, wenn der Markt richtig durchstartet. Das widerspricht eigentlich meiner Grundphilosophie.
Andererseits sehe ich den Reiz, gerade in Seitwärtsphasen oder bei moderaten Anstiegen zusätzliche Cashflows zu generieren. Bei Einzelaktien wie SAP oder Allianz könnte ich mir das eher vorstellen als bei ETFs, weil ich da ohnehin genauer hinschaue und eine klare Meinung zur Bewertung habe. Aber auch da stellt sich die Frage: Lohnt sich der Aufwand wirklich? Wie kalkuliert man die Opportunitätskosten, wenn man upside potential begrenzt?
Hat jemand von euch praktische Erfahrungen mit Covered Calls, speziell auf deutsche oder europäische ETFs? Wie aufwendig ist das steuerlich? Und seht ihr das eher als ergänzende Strategie für einen Teil des Portfolios oder würdet ihr sagen, dass es für langfristige Buy and Hold Anleger grundsätzlich nicht passt? Mich interessieren vor allem eure Erfahrungswerte, nicht die Theorie aus irgendwelchen Lehrbüchern.
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