
Ich bin gerade über einen Artikel zu Covered Call Fonds gestolpert und das Thema lässt mich nicht mehr los. Die hohen Ausschüttungen klingen erstmal verlockend, aber als Steuerberater zucke ich da sofort zusammen. Meine erste Frage ist immer: Wie wird das eigentlich versteuert und was bleibt am Ende wirklich übrig?
Bei Covered Call Strategien verkauft der Fonds ja regelmäßig Kaufoptionen auf die gehaltenen Aktien. Die Prämien werden dann ausgeschüttet, was die Rendite optisch aufhübscht. Aber bei einem Tech Crash zahlt man möglicherweise doppelt drauf: Die Aktienwerte fallen und gleichzeitig begrenzt man nach oben das Erholungspotenzial durch die verkauften Calls. Das ist wie wenn du dein Haus versicherst, aber gleichzeitig auf die Wertsteigerung verzichtest.
Steuerlich wird es auch nicht einfacher. Die Ausschüttungen werden in Deutschland als Kapitalerträge behandelt, aber ein Teil davon könnte auch Substanzrückzahlung sein. Das muss man genau prüfen, sonst wundert man sich bei der Steuererklärung. Ich habe schon Mandanten gesehen, die dachten, sie hätten super Dividenden kassiert, aber in Wahrheit haben sie nur ihr eigenes Kapital zurückbekommen.
Was mich interessieren würde: Hat jemand von euch Erfahrung mit solchen Fonds gemacht, gerade in volatilen Marktphasen? Ich überlege, ob das als Beimischung Sinn macht, wenn man regelmäßige Cashflows braucht, zum Beispiel im Ruhestand. Aber mir ist das Risiko-Rendite-Verhältnis noch nicht klar genug. Bei einem normalen MSCI World ETF weiß ich, was ich bekomme. Hier zahle ich praktisch für die Ausschüttungen mit begrenztem Aufwärtspotenzial.
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