
Ich bin gerade über einen Artikel gestolpert, der sich mit den aktivsten Aktien im S&P 500 beschäftigt und das Handelsvolumen als Indikator nutzt. Das hat mich ins Grübeln gebracht, weil ich mich frage, ob so etwas für uns normale Anleger überhaupt relevant ist oder ob das nicht eher ein Tool für Daytrader und Profis darstellt.
In meiner Kanzlei sehe ich täglich Mandanten, die sich von kurzfristigen Trends blenden lassen und dann mit Verlustverrechnungen zu mir kommen. Hohe Handelsvolumina bedeuten ja erstmal nur, dass viel gekauft und verkauft wird. Aber ob das jetzt bullish oder bearish ist, sagt das Volumen allein nicht aus. Es könnte genauso gut sein, dass institutionelle Anleger gerade aussteigen und Privatanleger einsteigen, oder umgekehrt.
Aus meiner Sicht als jemand, der eher langfristig orientiert ist und hauptsächlich in ETFs wie den MSCI World investiert, erscheint mir dieses Volumen-Tracking eher als Ablenkung. Ich konzentriere mich lieber auf Fundamentaldaten, Dividendenhistorie und vernünftige Bewertungen. Bei deutschen Dividendenaristokraten zum Beispiel interessiert mich das Volumen ehrlich gesagt kaum, sondern eher die Ausschüttungsquote und die Geschäftsentwicklung über mehrere Jahre.
Andererseits könnte extremes Volumen natürlich auch auf bedeutende Ereignisse hinweisen, etwa Übernahmen, Quartalszahlen oder regulatorische Änderungen. Dann wäre es vielleicht doch ein nützlicher Frühindikator. Aber mal ehrlich, bis wir das mitbekommen, haben die Algorithmen und Hochfrequenzhändler längst reagiert.
Nutzt jemand von euch das Handelsvolumen aktiv für Investitionsentscheidungen? Oder seht ihr das ähnlich wie ich als nettes Detail, aber nicht wirklich entscheidungsrelevant für eine Buy and Hold Strategie?
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