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29. Januar 2026

Euro bei 1,19 Dollar: So spüren Reisende und Shopper die US-Zinspause

Euro Steuer
Foto: Depositphotos.com / superbeststock

Der Dollar stolpert – und der Euro nutzt die Chance. Während viele längst auf den nächsten Zinsschritt nach unten gesetzt hatten, drückt die US-Notenbank erst mal auf Pause: Der Leitzins bleibt bei 3,5 bis 3,75 Prozent.

Die Fed begründet das ziemlich schnörkellos: Der Arbeitsmarkt steht stabiler da, die Inflation ist immer noch zu hoch. Und weil beides politisch wie wirtschaftlich heikel ist, sieht Fed-Chef Jerome Powell anhand vorliegender Daten aktuell keinen Grund, an den Zinsen herumzudrehen. Übersetzt: Wer auf billigeres Geld gehofft hat, muss sich gedulden.

Warum der Markt kaum gezuckt hat

Am Devisenmarkt kam das Ganze trotzdem ohne großes Feuerwerk an. Der Euro-Dollar-Kurs zuckte nach der Entscheidung kaum. Warum? Weil viele Ökonomen genau damit gerechnet hatten – die Info war also schon eingepreist, sprich: im Kurs steckt sie längst drin.

Der Schub kam aus der Politik

Der eigentliche Knall kam schon vorher – und zwar aus dem Weißen Haus. Irritierende Aussagen von US-Präsident Donald Trump hatten den Dollar ins Rutschen gebracht, der Euro legte spürbar zu. Kurz nach den Kommentaren bekam man zeitweise gut 1,20 Dollar für einen Euro.

Was der starke Euro im Alltag bedeutet

Für Reisende und Online-Shopper aus Europa ist das die angenehme Seite der Geschichte: Gerade gibt’s rund 1,19 Dollar je Euro, also mehr als noch vor ein paar Tagen. Das klingt nach Kleingeld, macht bei Hotel, Mietwagen oder Elektronik aber schnell einen Unterschied. Nebenbei freuen sich auch Exporteure aus dem Euroraum: Wer in die USA verkauft, hat mit einem starken Euro oft leichteres Spiel – weil der Preis aus US-Sicht günstiger wirkt.

Trump gibt sich gelassen – der Markt eher nicht

Trump selbst machte auf cool und behauptete, der Dollar laufe hervorragend. Auf die Frage, ob ihn der Kursrutsch beunruhige, sagte er, er finde das großartig – und verwies auf angeblich gute Geschäfte der USA, ohne Details zu liefern. Der Markt hörte trotzdem eher das Gegenteil heraus: Dollar schwach.

Gold auf Rekordhoch

Und wenn der Dollar schwächelt, passiert meist noch etwas Zweites: Gold zieht an. Genau das war zu sehen – der Goldpreis stieg kräftig und erreichte ein Rekordhoch. Das ist kein Zaubertrick, sondern simpel: Viele Anleger parken Geld gern in Gold, wenn sie dem Dollar weniger trauen.

Wer jetzt die Rechnung zahlt

Die Kehrseite trifft vor allem die Amerikaner. Reisen ins Ausland werden für sie teurer, weil ihr Geld weniger wert ist. Und US-Unternehmen, die Waren importieren und nicht in Dollar zahlen, müssen jetzt eher mehr hinlegen als vor ein paar Tagen.

Ausblick: Wann die nächste Zinssenkung kommen könnte

Wie geht’s weiter? Volkswirte rechnen für dieses Jahr damit, dass die Fed den Leitzins in zwei Schritten senken könnte – am Ende wäre man dann bei 3,0 bis 3,25 Prozent. Bis dahin dürfte aber wenig passieren. LBBW-Analyst Elmar Völker erwartet vor der Fed-Sitzung im Juni keine neue Senkung. Das wäre dann auch die erste Sitzung unter Powells Nachfolger.

Unterm Strich heißt das: Der Euro bleibt vorerst stark, der Dollar bleibt wacklig – und die nächste echte Richtungsentscheidung hängt daran, ob Inflation und Arbeitsmarkt den Amerikanern endlich in die Spur kommen.