Elon Musk hat’s mal wieder geschafft: Die Tesla-Aktionäre haben ihm ein neues Vergütungspaket durchgewinkt – und das hat es in sich. Mehr als drei Viertel der Anteilseigner stimmten dafür, dass der Chef künftig Aktienoptionen im Wert von bis zu 878 Milliarden Dollar kassieren kann. Ja, richtig gelesen: 878 Milliarden. Dafür muss Tesla allerdings erst ein paar Hürden nehmen.
Musk soll liefern – sonst gibt’s nix
Das Paket ist kein Selbstläufer. Musk bekommt den Jackpot nur, wenn Tesla richtig Gas gibt: Die Börsenbewertung soll auf 8,5 Billionen Dollar steigen, gleichzeitig will der Konzern Fortschritte bei Robotaxis, humanoiden Robotern und KI-Technik liefern. Klingt nach Science-Fiction, ist aber das offizielle Ziel. Das Ganze ist eine Neuauflage des 2018er-Plans, den ein Gericht Anfang 2024 gekippt hatte.
Kritik kam vor allem von großen Investoren. Der norwegische Staatsfonds zum Beispiel nannte die Vergütung überzogen. Auch die Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis empfahlen, dagegen zu votieren. Ihnen ist die Machtkonzentration bei Musk zu groß, das Risiko einer Verwässerung der Aktien zu hoch. Tesla wiederum sagt: Alles halb so wild – das Vertrauen in Musk und seine Vision sei ungebrochen.
Tesla Aktie zwischen Euphorie und Bauchschmerzen
An der Börse kam die Entscheidung durchaus mit gemischten Gefühlen an. Einerseits dürfte sie für etwas Ruhe sorgen: Musk bleibt eng ans Unternehmen gebunden, was Stabilität signalisiert. Andererseits sind die Ziele so ambitioniert, dass viele Anleger sich fragen, ob sie überhaupt erreichbar sind. Sollte Tesla sie verfehlen, geht Musk fast leer aus – und das wäre für Investoren ein ziemlich teures Lehrstück.
Dazu kommt: Musk hat inzwischen die Finger in mehreren Projekten – von SpaceX über xAI bis zu X (früher Twitter). Das sorgt regelmäßig für Diskussionen, ob er bei Tesla überhaupt noch genug Zeit hat. Die Tesla Aktie profitiert zwar immer wieder von seiner Präsenz und großen Ankündigungen, aber das Vertrauen hängt stark an seiner Person. Wenn Musk hustet, bekommt der Kurs Schnupfen.
Musk legt nach: eigene Chipfabrik geplant
Als wäre das Vergütungsthema nicht genug, legte Musk gleich nach: Tesla will künftig seine eigenen Chips bauen – in einer sogenannten „Terafactory“. Dort sollen die nächsten Generationen von Prozessoren für den Autopiloten und KI-Systeme entstehen. Der Gedanke dahinter: weniger Abhängigkeit von Zulieferern und mehr Kontrolle über die eigene Technik. Klingt nach einem cleveren Zug, aber die Umsetzung dürfte teuer und komplex werden.
Tesla will sich damit endgültig als Tech-Schmiede und nicht nur als Autobauer positionieren. Ob das aufgeht, hängt davon ab, wie schnell die neue Chipproduktion steht – und ob der Markt Musks Vision weiter mitträgt. Für Anleger bleibt die Tesla Aktie damit ein Titel zwischen Wette und Hoffnung: Wer an den großen Wurf glaubt, bleibt dabei. Wer Zweifel hat, wird bei diesen Summen wohl eher nervös auf den Kurs schauen.
Eines ist klar: Der Beschluss zur Vergütung ist kein gewöhnlicher Verwaltungsakt. Er ist ein Bekenntnis zu Musk – und ein Risiko zugleich. Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich der Mut der Aktionäre auszahlt oder ob der Traum vom Milliardenbonus platzt wie eine überhitzte Batterie.

