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22. Januar 2026

Contitech schwächelt: Continental will den Problemfall komplett loswerden

Continental
Foto: Depositphotos.com / MAXSHOT

Ein Blick auf die Zahlen reicht: Continental fährt 2025 seine Ziele ein – und trotzdem wird an der Börse erst mal die Stirn gerunzelt. Der Grund ist schnell gefunden: Reifen top, Contitech flop. Und genau dieser Mix macht die Sache spannend.

Unterm Strich setzt der Dax-Konzern nach vorläufigen Zahlen 19,7 Milliarden Euro um. Im Jahr davor waren es noch rund 20,2 Milliarden. Also weniger Geschäft – kein Drama, aber eben auch kein Grund zum Jubeln. Bei der Profitabilität wird’s ähnlicher Grauton: Die um Sondereffekte bereinigte EBIT-Marge (also vereinfacht: wie viel vom Umsatz als operativer Gewinn übrig bleibt, bevor Zinsen und Steuern kommen) liegt bei etwa 10,2 Prozent. Das sind 1,2 Prozentpunkte weniger als zuvor. Beides landet nur in der unteren Hälfte der eigenen Prognosespanne. Die Aktie bekam prompt Gegenwind und lag zuletzt 2,7 Prozent im Minus.

Reifen liefern – Contitech macht Ärger

Das Reifengeschäft wirkt bei Continental gerade wie ein Stoßdämpfer: Die Kernsparte Tires trifft sogar das obere Ende der Prognosespanne und bügelt damit einiges aus, was anderswo schiefläuft. Dazu passt der Blick auf den bereinigten Mittelzufluss: Rund eine Milliarde Euro – oberes Ende der Bandbreite. Heißt: Trotz Gegenwind kommt ordentlich Geld rein.

Doch während die Reifen rollen, knirscht es in der Kunststofftechniksparte Contitech. Dort bleibt die Markterholung aus, zusätzlich drücken Umbaukosten. Beim Erlös trifft Continental zwar noch das untere Ende der angepeilten Bandbreite. Aber bei der bereinigten Marge sieht es deutlich schlechter aus als geplant – und zwar noch bevor die Buchhalter mit ihren Abspaltungsregeln (das sind Rechenvorschriften, wenn man ein Geschäft abtrennen oder verkaufen will) endgültig durchs Zahlenwerk gehen. Übersetzt: Contitech liefert gerade nicht das, was man intern dafür veranschlagt hatte.

4. März wird zum Lackmustest

Continental will Contitech 2026 komplett verkaufen und sich wieder stärker auf das Reifengeschäft konzentrieren – also auf das, was verlässlich Geld abwirft. Klingt logisch, ist aber kein Selbstläufer. Die entscheidende Frage: Zieht der Konzern den Verkauf sauber durch, ohne dass bis dahin noch mehr Marge verloren geht?

Mehr Klarheit soll es am 4. März geben. Dann legt Continental die detaillierten Finanzzahlen vor – und muss zeigen, ob das Reifen-Polster wirklich dick genug ist, um die Contitech-Baustelle bis zum Schluss im Griff zu behalten.