Der Platzhirsch schwankt: BYD, jahrelang das Symbol für Chinas Elektroauto-Aufstieg, hat 2025 erstmals seit vier Jahren einen Gewinnrückgang verbucht. Das ist mehr als ein Schönheitsfehler in der Bilanz. Es zeigt, dass selbst die bislang scheinbar unantastbaren Gewinner im chinesischen Autokrieg inzwischen kräftig Gegenwind abbekommen.
Unterm Strich, also beim Nettogewinn, verdiente der Konzern 2025 noch 32,6 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro. Das waren 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, aber nur mit 12 Prozent. Auch beim Umsatz sieht es alles andere als dynamisch aus: Er legte nur noch um 3,5 Prozent zu. So wenig Wachstum gab es bei BYD seit sechs Jahren nicht mehr.
Der Heimatmarkt wird zum Problem
Richtig unerquicklich wurde es im Schlussquartal. Allein in den drei Monaten bis Dezember sackte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 38,2 Prozent ab. BYD-Chef Wang Chuanfu machte aus der Lage keinen Hehl und sprach davon, dass der Wettbewerb in diesem Segment seinen Höhepunkt erreicht habe und sich in einer brutalen K.o.-Phase befinde. Klarer kann ein Konzernchef kaum sagen, dass der Markt gerade zum Ring geworden ist.
Vor allem im Heimatmarkt China läuft es nicht mehr rund. Schwache Verkäufe haben BYD zugesetzt. Dazu kommt das Auslaufen von Steuerbefreiungen. Genau das trifft den Konzern härter als manch anderen Hersteller, weil BYD ausschließlich vollelektrische Autos und Plug-in-Hybride baut. Wer nur auf diese Antriebe setzt, hängt eben stärker an politischen Anreizen und staatlichen Vorteilen.
Vom Branchenprimus ins Gerangel
Noch 2025 war BYD Chinas größter Autohersteller. Das klingt nach klarer Machtposition. Umso auffälliger ist der Absturz zu Jahresbeginn: Im Januar und Februar fiel der Konzern bereits auf den vierten Platz zurück.
Vorn liegen nun Volkswagen, die Volvo-Mutter Geely und Toyota. Das ist ein ziemlich deutlicher Fingerzeig. Einerseits bleibt BYD ein riesiger Player in einem gigantischen Markt. Andererseits zeigt dieser Rückschlag, wie gnadenlos der Konkurrenzkampf in China inzwischen geworden ist. Die spannende Frage lautet nun nicht mehr, ob der Markt brutal ist. Das ist er längst. Entscheidend wird sein, ob BYD aus dieser Phase schnell wieder herausfindet oder ob der Lack am bisherigen Erfolgsmodell dauerhaft abblättert.

