BYD startet 2026 mit einem ordentlichen Schlag in die Magengrube: Im Januar gingen die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 30,1 Prozent runter – auf 210.051 Fahrzeuge, wie der Konzern in einer Börsenmitteilung meldet. Und das ist kein kurzer Hänger: Der Absatz schrumpft seit fünf Monaten.
Einen konkreten Grund liefert BYD nicht. Nur: Wer gerade auf Chinas Automarkt schaut, sieht das Problem ziemlich deutlich. Da draußen ist Krawall – Unsicherheit von außen trifft auf einen Preiskampf daheim. Heißt übersetzt: Die Hersteller unterbieten sich gegenseitig, bis es wehtut. Konkurrenten wie Geely und Leapmotor drücken vor allem im Budget-Segment auf die Tube – also dort, wo Käufer besonders aufs Geld schauen.
BYD tritt auf die Bremse – aber nicht überall
Dass BYD das ernst nimmt, zeigt ein weiterer Wert: Auch die Produktion wurde runtergefahren, um 29,1 Prozent. Das klingt nach Schadensbegrenzung – lieber weniger bauen, als am Ende Höfe voller Autos zu haben, die keiner nimmt.
Ein Lichtblick bleibt das Auslandsgeschäft. Im Januar exportierte BYD 100.482 Autos. Für 2026 hat der Konzern beim Export ein Ziel von 1,3 Millionen Fahrzeugen auf dem Zettel. Das wäre laut Text ein Plus von 24 Prozent gegenüber 2025 – allerdings deutlich unter dem, was die Konzernspitze ursprünglich mal in Aussicht gestellt hatte: bis zu 1,6 Millionen.
Um international sichtbarer zu werden, will BYD 2026 unter anderem ein neues Werk in Ungarn an den Start bringen. Die Richtung ist klar: Mehr Präsenz außerhalb Chinas, mehr Absatz in Märkten, in denen der Preiskrieg nicht ganz so brutal ist.
Der Druck steigt – und die Messlatte gleich mit
Im vergangenen Jahr hatte BYD dank starker Auslandsverkäufe Tesla als weltweit größten Anbieter von Elektroautos überholt. Genau daran wird der Konzern nun gemessen. Die entscheidende Frage ist: Bleibt das nur ein holpriger Jahresauftakt – oder zeigt sich hier, dass selbst die Großen im E-Auto-Geschäft plötzlich nicht mehr so easy durchmarschieren?

