Boeing meldet wieder schwarze Zahlen – nur kommt der große Geldregen nicht aus dem Flugzeugbau, sondern aus einem Verkauf. Unterm Strich sieht das nach Comeback aus, im Maschinenraum der Firma knirscht es aber weiter.
Im vierten Quartal stand ein Gewinn von 8,2 Milliarden Dollar in den Büchern. Ein Jahr zuvor war es noch ein Verlust von 3,86 Milliarden. Für 2025 bleibt damit ein Jahresgewinn von 2,2 Milliarden Dollar – zum ersten Mal seit 2018 endet das Jahr für Boeing wieder im Plus. Der Umsatz stieg 2025 um rund ein Drittel auf 89 Milliarden Dollar.
Das Geld kam vom Deal, nicht vom Flieger
Der Haupttreiber war der Verkauf des Navigationsspezialisten Jeppesen an den Finanzinvestor Thoma Bravo. Preis: 10,6 Milliarden Dollar, verbucht im Schlussquartal. Übersetzt heißt das: Der Gewinn ist echt, aber er kommt aus einem Einmaleffekt – also einem Sondereffekt, der nicht jeden Monat wieder passiert.
Boeing-Chef Kelly Ortberg spricht trotzdem von „signifikanten Fortschritten“. Er sagt, die Basis sei gelegt, um den Schwung 2026 zu halten. Gleichzeitig macht er intern Druck: Wenn es vorangeht, steigen auch die Erwartungen – von Kunden, vom Markt und von Boeing selbst.
Mehr Auslieferungen, trotzdem Miese im Kerngeschäft
Im Geschäft mit Passagierjets blieb Boeing zum Jahresende in den roten Zahlen, obwohl mehr Maschinen rausgingen. Mit 600 ausgelieferten Flugzeugen erreichte der Konzern 2025 den höchsten Wert seit 2018. Das zeigt: Es wird wieder mehr produziert und ausgeliefert – aber profitabel ist das Ganze noch nicht.
Warum Boeing seit Jahren kämpft, ist kein Geheimnis: die Abstürze des Bestsellers 737 MAX, danach Corona, dann Lieferkettenchaos, Qualitätsärger und Streiks. Um die Qualität wieder besser in den Griff zu bekommen, hat Boeing außerdem den Zulieferer Spirit AeroSystems für 4,7 Milliarden Dollar zurückgekauft – eine Art „Wir nehmen das wieder selbst in die Hand“.
Auch die Rüstungssparte zieht nach unten
Im militärischen Geschäft gab es zum Jahresende ebenfalls Verluste. Ein Grund: eine Abschreibung auf das Tankflugzeugprogramm KC-46, weil Produktion und Lieferkette teurer wurden als geplant. Eine Abschreibung ist im Klartext eine nachträgliche Wertkorrektur – wenn man merkt, dass ein Projekt mehr kostet oder weniger wert ist, als man sich schön gerechnet hatte.
An der Börse kam die Mischung aus Gewinn und offenen Baustellen nur mäßig an: Im vorbörslichen Handel rutschte die Boeing-Aktie um rund ein Prozent ab.
Jetzt zählt, was nach dem Sonderdeal übrig bleibt. Denn 2026 muss Boeing zeigen, ob aus dem Bilanz-Plus mehr wird als ein einmaliger Kassenhit – und ob das Kerngeschäft endlich so läuft, wie es bei einem Flugzeugbauer laufen muss.

