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20. Februar 2026

BioNTech dreht den Spieß um: Jetzt trifft es Moderna vor Gericht

Biontech
Foto: Depositphotos.com / rafapress

Im Patentkrieg rund um die Corona-mRNA-Impfstoffe werden die Rollen getauscht: BioNTech zieht in den USA gegen Moderna vor Gericht – diesmal nicht als Angeklagter, sondern als Kläger.

BioNTech hat am Donnerstag bei einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Delaware Klage eingereicht. Der Vorwurf: Modernas neuer Corona-Impfstoff mNEXSPIKE verletze Patente, die BioNTech für sich beansprucht. Es geht dabei um Schutzrechte, die mit Comirnaty zusammenhängen – dem Corona-Impfstoff von BioNTech und dessen US-Partner Pfizer.

Was genau BioNTech Moderna vorwirft

Laut Klage soll mNEXSPIKE BioNTechs Technologie für ein optimiertes mRNA-Impfstoffdesign nutzen. mRNA ist vereinfacht gesagt die „Bauanleitung“, die Zellen kurzzeitig dazu bringt, ein Virusmerkmal zu produzieren – damit das Immunsystem es kennenlernt. „Optimiert“ heißt hier: BioNTech sieht seine Idee darin, das Design so zu verbessern, dass eine geringere Dosierung ausreicht.

Dass ausgerechnet dieses Detail im Zentrum steht, ist kein Zufall. Denn niedrigere Dosen können medizinisch und wirtschaftlich interessant sein – und genau deshalb wird um solche Bausteine im Impfstoffdesign so hart gerungen.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte den Moderna-Impfstoff der nächsten Generation im Jahr 2025 zugelassen. Es geht also nicht um irgendeinen Laborkandidaten, sondern um ein Produkt, das bereits grünes Licht bekommen hat.

Teil eines größeren Branchen-Zoffs

Der Streit ist eingebettet in eine größere Auseinandersetzung, bei der sich die Unternehmen seit Jahren gegenseitig die Patentkeule um die Ohren hauen. Moderna hatte bereits 2022 BioNTech und Pfizer verklagt – damals wegen angeblicher Patentverletzungen durch Comirnaty. Dieses Verfahren läuft dem Bericht zufolge noch.

Parallel rollt in der Branche eine Klagewelle: Biotech-Firmen fordern Lizenzgebühren – also Geld dafür, dass andere ihre geschützten Technologien in den umsatzstarken Impfstoffen verwenden. Zur neuen Klage äußerten sich Sprecher von Moderna, BioNTech und Pfizer zunächst nicht.