Ein Quartalsbericht kann bombig aussehen – und trotzdem fliegt die Aktie raus. Bei Amazon hat genau das gereicht: starke Zuwächse gemeldet, aber gleichzeitig mehr Investitionen als erwartet angekündigt. Der Markt hat nicht lange gefackelt: mehr als zehn Prozent Minus, und damit derselbe Reflex wie zuvor schon bei anderen IT-Titeln.
Gewinne wachsen schneller als der Rest des Markts
Die Szene passt zu einem größeren Bild. Amerikas sechs größte Tech-Konzerne – Amazon, Alphabet, Apple, Meta, Microsoft und Nvidia – haben ihre Nettogewinne in fünf Jahren nach Handelsblatt-Berechnungen um 203 Prozent gesteigert. Nettogewinn heißt unterm Strich: das Geld, das nach allen Kosten und Steuern wirklich hängen bleibt. Zum Vergleich: Die übrigen 494 Firmen im S&P 500 kamen im selben Zeitraum auf 130 Prozent Gewinnplus.
Wenn Kurse fallen, wird die Bewertung kleiner
Und trotzdem sind die Kurse bei einigen seit einem Jahr eher auf Talfahrt. Amazon, Meta und Microsoft sind Beispiele dafür: Gewinne hoch, Kurse runter – und dadurch werden die Aktien rechnerisch günstiger. Heißt: Die Bewertung, also der Preis im Verhältnis zum Gewinn, schrumpft. Ob das schon wieder attraktiv ist oder nur nach Schnäppchen aussieht, entscheidet am Ende der Kennzahlencheck nach den Quartalszahlen.

