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18. November 2025

BASF und ExxonMobil: Was läuft da wirklich in Texas?

BASF
Foto: depositphotos.com / MichaelVi

BASF und ExxonMobil rücken mit einem gemeinsamen Projekt in Texas ein Spezialverfahren für Wasserstoff stärker in den Fokus. Die beiden Konzerne wollen in Baytown eine Demonstrationsanlage für sogenannte Methanpyrolyse bauen, in der Wasserstoff und fester Kohlenstoff aus Erdgas gewonnen werden sollen.

Demoanlage in Baytown geplant

Die geplante Anlage auf dem ExxonMobil-Standort Baytown ist als Zwischenschritt zwischen Labor und möglicher späterer Großanlage angelegt. Nach Angaben der Unternehmen soll sie jährlich bis zu 2.000 Tonnen Wasserstoff und rund 6.000 Tonnen festen Kohlenstoff erzeugen. Im Vordergrund steht dabei der Praxistest: Es geht darum zu überprüfen, wie stabil der Prozess im industriellen Umfeld läuft und welche Daten sich für eine mögliche Skalierung gewinnen lassen.

Bei der Methanpyrolyse wird Erdgas oder Biomethan mit Hilfe von Strom so erhitzt, dass es in Wasserstoff und festen Kohlenstoff zerfällt. Laut BASF und ExxonMobil fallen im Prozess keine CO₂-Emissionen an, im Unterschied zur klassischen Dampfreformierung von Erdgas. Außerdem soll der Strombedarf deutlich niedriger sein als bei der Elektrolyse von Wasser, bei der Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird. Der entstehende Kohlenstoff ist als Rohstoff unter anderem für die Stahl- und Aluminiumindustrie, den Bausektor und für Kohlenstoffmaterialien etwa in Batterien vorgesehen.

Forschung am Standort Ludwigshafen

Für BASF fügt sich das Projekt in laufende Forschungsarbeiten ein. Der Konzern entwickelt die Methanpyrolyse im Rahmen seines Carbon-Management-Programms weiter und betreibt am Stammwerk Ludwigshafen bereits eine eigene Versuchsanlage. Dort wird ein spezielles Reaktorkonzept im Experimentalbetrieb getestet. Nach Unternehmensangaben ist dieser Reaktor erfolgreich erprobt worden.

Rolle von ExxonMobil und offene Fragen

ExxonMobil bringt vor allem Erfahrung beim Hochskalieren großer Industrieanlagen ein und ordnet das Vorhaben seiner Geschäftseinheit für CO₂-arme Lösungen zu. Die Texanische Demoanlage soll zeigen, ob sich das Verfahren technisch für größere Projekte eignet. Konkrete Angaben zu möglichen Ertragsbeiträgen, Investitionssummen oder einem Zeitplan für weitere Anlagen über den Testbetrieb hinaus machen die Unternehmen bislang nicht. Damit bleibt offen, welche wirtschaftliche Bedeutung die Methanpyrolyse in den Portfolios von BASF und ExxonMobil langfristig einnehmen kann.