
Seattle Office-Tower bei Amazon um 87% abgewertet: Was Immobilien-REITs jetzt droht
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Kernaussagen
- Der Plaza 600 Tower in Seattle wurde im September 2026 für 12,5 Millionen Dollar an Orton Development verkauft, was einem Wertverlust von 87% gegenüber der Bewertung von 97 Millionen Dollar aus dem Dezember 2019 entspricht.
- Die wertvollsten Bürogebäude und Wolkenkratzer in Seattle verloren laut Daten des King County Assessor aus dem März 2026 insgesamt 3,7 Milliarden Dollar an Wert, hauptsächlich getrieben durch steigende Leerstände.
- Institutionelle Investoren ziehen Kapital aus innerstädtischen Bürotürmen ab und verlagern es in Logistikimmobilien, Wohnimmobilien und suburbane Mixed-Use-Entwicklungen, wobei deutlich höhere Renditen für metropolitane Objekte gefordert werden.
- Der Verkaufspreis von rund 58 Dollar pro Quadratfuß liegt 77% unter dem Kaufpreis von 54,9 Millionen Dollar aus dem Jahr 2012, obwohl die Eigentümer jahrelang in Renovierungen und mehr als 10 Millionen Dollar in die Neupositionierung investiert hatten.
- Im Juli 2026 standen fast 106.000 Quadratfuß Bürofläche des Plaza 600 Tower zur Vermietung aus, was etwa der Hälfte der gesamten Bürofläche des Gebäudes entspricht.
Der Verkauf eines Büroturms im Herzen von Seattle markiert einen drastischen Wendepunkt für städtische Gewerbeimmobilien: Der Plaza 600 Tower wechselte im September 2026 für 12,5 Millionen Dollar den Besitzer. Das entspricht einem Wertverlust von 87% gegenüber der Bewertung von 97 Millionen Dollar aus dem Dezember 2019, wie aus Marktberichten hervorgeht. Der 20-stöckige Büroturm an der 600 Stewart Street liegt direkt gegenüber der Amazon-Zentrale und verfügt über 214.319 Quadratfuß Gesamtfläche, davon 209.256 Quadratfuß Büroraum.
Die Transaktion wirft ein Schlaglicht auf strukturelle Verwerfungen am US-amerikanischen Büroimmobilienmarkt, die besonders urbane Lagen und damit Office-REITs unter Druck setzen. BentallGreenOak (BGO) und Urban Renaissance Group (URG) hatten den Tower im Dezember 2019 mit einer Belegungsquote von über 91% übernommen. Im Juli 2026 standen fast 106.000 Quadratfuß – etwa die Hälfte der Bürofläche – zur Vermietung aus.
Von der Tech-Hochburg zur Notverkaufs-Zone
Der Plaza 600 Tower durchlief in den vergangenen 14 Jahren einen Zyklus aus Aufwertung, Umbau und schließlich drastischer Abwertung. Im Jahr 2012 kauften Joshua Green Corp. und URG das 1969 errichtete Gebäude für 54,9 Millionen Dollar bei einer Belegungsquote von 85%. Der Kaufpreis entsprach etwa 256 Dollar pro Quadratfuß. Im Dezember 2019 erfolgte eine Rekapitalisierung, bei der BGO als Mehrheitseigentümer einstieg und das Gebäude mit 97 Millionen Dollar bewertet wurde – rund 453 Dollar pro Quadratfuß.
Im Januar 2023 kündigten die Eigentümer umfangreiche Renovierungen an, darunter eine erweiterte Lobby, Multifunktionsräume für Mieter, ebenerdige Fahrradabstellräume mit Duschen und Peloton-Bikes. Die Belegung lag zu diesem Zeitpunkt bei 80%. URG und BGO begründeten die Investitionsstrategie ausdrücklich mit der direkten Nachbarschaft zur Amazon-Zentrale. Im Dezember 2024 strukturierten die Eigentümer die Finanzierung um, reduzierten die Schulden und verlängerten die Laufzeit. Mehr als 10 Millionen Dollar flossen in die Neupositionierung des Objekts.
Der Verkauf im September 2026 an den in Emeryville, Kalifornien, ansässigen Investor Orton Development erfolgte zu einem Preis von rund 58 Dollar pro Quadratfuß. Das liegt nicht nur 87% unter der Bewertung von 2019, sondern auch 77% unter dem Kaufpreis von 2012 – trotz aller Investitionen und Modernisierungen. Orton Development gilt als antizyklischer Investor und operiert seit 1984 am Markt.
Seattle-Markt verliert 3,7 Milliarden Dollar an Bürowert
Der Plaza 600 Tower steht exemplarisch für den Wertverlust am gesamten Seattle-Büromarkt. Laut Daten des King County Assessor vom März 2026 verloren die wertvollsten Bürogebäude und Wolkenkratzer der Stadt insgesamt 3,7 Milliarden Dollar an Wert. Als Hauptursache identifizierte die Behörde stark gestiegene Leerstände.
Auch Amazon selbst, dessen Präsenz lange Zeit als Wertanker galt, verzeichnete Wertverluste: Die Immobilienwerte des Konzerns in Seattle sanken 2024 um fast 500 Millionen Dollar, was sich direkt auf das kommunale Steueraufkommen auswirkte. Im Februar 2026 kam ein von Amazon angemieteter Büroturm im benachbarten Bellevue auf den Markt. Marktbeobachter erwarteten, dass der Verkauf die Preisobergrenze im Bellevue- und Seattle-Hochpreissegment neu definieren würde. Im September 2024 erwarb eine Immobilienfirma einen ehemaligen Amazon-Tower in Downtown Seattle im Rahmen eines Distressed Deal durch deed in lieu of foreclosure, nachdem die Eigentümer unter der finanziellen Belastung schrumpfender Mieterlisten zusammengebrochen waren.
Strukturelle Treiber: Zinswende, Remote-Work, Flächenabbau
Mehrere strukturelle Faktoren wirken zusammen und drücken die Bewertungen urbaner Büroimmobilien. Hohe Zinsen verteuern die Refinanzierung bestehender Kredite und senken die Attraktivität von Immobilieninvestments gegenüber festverzinslichen Alternativen. Remote-Work hat die Nachfrage nach Büroflächen dauerhaft reduziert: Unternehmen verkleinern ihre Flächen oder ziehen ganz aus metropolitanen Innenstadtlagen ab. Corporate Tenants bauen ihre Büropräsenz in städtischen Zentren gezielt zurück.
Marktberichte beschreiben die Lage mit deutlichen Worten: Institutionelle Käufer agierten mit erhöhter Vorsicht und verlangten signifikant höhere Renditen für metropolitane Objekte. Weitere Preisanpassungen dürften notwendig sein, bevor urbane Büromärkte eine stabile Basis finden.
Kapitalflucht aus Office-REITs: Wohin das Geld wandert
Investoren ziehen Kapital aus innerstädtischen Bürotürmen ab und verlagern es in andere Assetklassen. Laut Marktanalysen fließt das Geld vorrangig in drei Bereiche: Logistikimmobilien profitieren vom E-Commerce-Wachstum und stabilen Mieterträgen, Wohnimmobilien bieten angesichts anhaltender Wohnungsknappheit defensive Cashflows, und suburbane Mixed-Use-Entwicklungen kombinieren Wohn-, Einzelhandels- und Gewerbeflächen in dezentralen Lagen.
Für börsennotierte Office-REITs bedeutet diese Umschichtung doppelten Druck: Die Bewertungen ihrer Portfolios sinken, während gleichzeitig institutionelle Investoren ihre Allokationen reduzieren. REITs, die stark auf urbane Bürolagen konzentriert sind, müssen mit weiteren Abschreibungen und sinkenden Dividendendeckungen rechnen. Die Refinanzierung auslaufender Kredite wird teurer, weil Banken höhere Risikoaufschläge verlangen und niedrigere Beleihungswerte ansetzen.
Historischer Kontrast: Als Amazon noch Werte schuf
Der Kontrast zur Zeit vor der Pandemie fällt dramatisch aus. Zwischen 2010 und 2017 stiegen die Büroimmobilienpreise in Seattle um 83,2% – fast doppelt so stark wie im US-Durchschnitt. Die Wohnmieten legten im selben Zeitraum um 32,6% zu, deutlich über dem nationalen Durchschnitt von 20,9%. Seattle rangierte in den Top 5 der US-Metropolen bei Büromietwachstum und Flächenabsorption. Im Dezember 2020 prognostizierten Analysten, dass REITs von Amazons Expansionsplänen in Long Island City und Crystal City profitieren würden. Allein in diesen beiden Märkten hielten REITs über 41 Milliarden Dollar an Büroflächen, was 8,6% der jeweiligen Gesamtmärkte entsprach. JBG Smith wurde als Hauptprofiteur in Crystal City identifiziert.
Diese Prognosen haben sich durch die strukturellen Umbrüche der vergangenen Jahre nicht erfüllt. Die einstige Wachstumsdynamik ist in Abwertungsdruck umgeschlagen.
Ausblick: Preisfindung noch nicht abgeschlossen
Der Verkauf des Plaza 600 Tower für 12,5 Millionen Dollar setzt ein neues Bewertungsniveau für innerstädtische Büroimmobilien in Seattle. Ob dieser Preis den Boden markiert oder ob weitere Anpassungen folgen, bleibt offen. Marktbeobachter rechnen damit, dass urbane Büromärkte erst nach weiteren Preiskorrekturen ein stabiles Gleichgewicht finden.
Für Office-REITs bedeutet das: Die nächsten Quartale dürften weitere Abschreibungen, Dividendenkürzungen und Portfolioumschichtungen bringen. Antizyklische Investoren wie Orton Development positionieren sich bereits für eine mögliche Erholung in fünf bis zehn Jahren. Langfristig orientierte Anleger müssen abwägen, ob die aktuellen Bewertungen das volle Ausmaß der strukturellen Nachfrageschwäche bereits reflektieren – oder ob die Anpassung noch nicht abgeschlossen ist.
Quellen
- Seattle tower across from Amazon sold for $12.5M after a $97M deal in 2019. Where smart real estate money is going now
- Seattle Office Tower Loses 87 Percent in Shocking Sale
- Amazon's Seattle property values decline by nearly $500 million as office market struggles - Puget Sound Business Journal
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- News | Sale of Amazon-leased office tower could reset pricing at top of Seattle market
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