
Rohstoff ETF Vergleich: beste Rohstoff ETFs 2026 im Überblick
Von Redaktion aktie.com
Rohstoff ETF Vergleich: beste Rohstoff ETFs 2026 im Überblick
Ein Rohstoff ETF Vergleich zeigt, welche breit gestreuten Fonds sich für ein Depot eignen, wie sie den Rohstoffmarkt über Terminkontrakte abbilden und worauf Anleger bei Kosten, Fondsvolumen und Rollstrategie achten sollten. Zwölf breit diversifizierte Fonds stehen zur Auswahl, mit einer Gesamtkostenquote zwischen 0,12 % und 0,60 % pro Jahr. Der Bloomberg Commodity Index dient dabei als wichtigste Grundlage und bündelt 23 einzelne Rohstoffe in einem Korb.
Was ist ein Rohstoff-ETF?
Rohstoff-ETFs sind börsengehandelte Fonds, mit denen Anleger in Rohstoffe investieren, ohne Öl, Weizen oder Metalle physisch zu lagern. Sie bilden die Preisentwicklung meist über Terminkontrakte ab. Ein Rohstoffindex fasst dabei viele einzelne Werte zusammen.
Wie funktioniert die Preisabbildung?
Rohstoff-ETFs kaufen keine Fässer Öl. Sie halten Futures, also Terminkontrakte auf künftige Lieferungen. Läuft ein Kontrakt aus, wird er auf einen neuen umgewälzt. Dieser Rollprozess bestimmt einen großen Teil der Wertentwicklung und erklärt, warum zwei Fonds mit demselben Bezug auf einen Index dennoch unterschiedliche Ergebnisse liefern können.
Rohstoff-ETFs, ETCs und Aktien-Fonds
Neben breit diversifizierten Fonds gibt es ETCs (Exchange Traded Commodities), die einzelne Rohstoffe wie Gold abbilden, sowie Aktien-ETFs auf Unternehmen der Branche. Wer physisch investieren möchte, greift meist zu Gold- oder Silber-ETCs.
Welche Rohstoffe stecken in einem Rohstoff-ETF?
Ein breiter Rohstoffindex verteilt das Gewicht über mehrere Sektoren. Diese Streuung ist der Kern der Diversifikation.
Energie
Zur Energie zählen Erdöl (Brent und WTI), Erdgas, Heizöl und Benzin. Dieser Bereich reagiert stark auf geopolitische Ereignisse und ist oft der volatilste Teil des Rohstoffmarkts. Erdgas und Heizöl können innerhalb weniger Wochen zweistellig schwanken, sobald sich Angebot oder Wetterlage ändern.
Edelmetalle
Gold und Silber gelten als sichere Häfen. Gold wird zusätzlich von Zentralbankkäufen gestützt, die 2024 und 2025 in Summe über 1.000 Tonnen pro Jahr erreichten. Platin und Palladium ergänzen die Edelmetalle.
Industriemetalle
Aluminium, Kupfer, Nickel und Zink sind zentrale Industriemetalle. Ihre Preise hängen eng an der industriellen Fertigung und an globalen Lieferketten. Aluminium und Nickel reagieren dabei besonders empfindlich auf Energiepreise, während Zink stark von der Bautätigkeit abhängt.
Agrarrohstoffe und Viehwirtschaft
Getreide wie Weizen und Mais, dazu Sojabohnen, Zucker und Kaffee, bilden die Agrarrohstoffe. Sojabohnen zählen dabei zu den am stärksten gehandelten Kontrakten weltweit. Die Viehwirtschaft umfasst Lebendvieh und Schweine. Beim Lebendvieh wirken Wetter und Futterkosten direkt auf die Kursentwicklung.
Die wichtigsten Rohstoff-Indizes im Vergleich
Sechs Rohstoff-Indizes sind über börsengehandelte Fonds investierbar. Drei prägen den Markt. Ihre Zusammensetzung entscheidet über Rendite und Risiko.
Bloomberg Commodity Index
Der Bloomberg Commodity Index wurde 1998 aufgelegt und deckt 23 Rohstoffe ab. Er gewichtet ein Drittel nach Fördermenge und zwei Drittel nach Liquidität. Kein einzelner Wert darf mehr als 15 % ausmachen, kein Sektor mehr als 33 %. Die Anpassung erfolgt jährlich im Januar. Fünf Fonds bilden diesen Index ab.
Rogers International Commodity Index
Der Rogers International Commodity Index (RICI) stammt ebenfalls aus 1998 und umfasst 38 Rohstoffe. Damit bietet er die breiteste Abdeckung. Die Auswahl richtet sich nach weltweitem Verbrauch und Liquidität, überprüft durch ein eigenes Komitee. Ein Fonds bildet den RICI ab.
UBS CMCI Index
Der UBS CMCI Index (2007, 28 Rohstoffe) verteilt seine Futures über die gesamte Laufzeitkurve. So sinkt die Gefahr negativer Rollrenditen. Das größte Gewicht liegt bei 35 %, weitere Werte bei maximal 20 %. Die Anpassung läuft jährlich im August.
Unterschiede der Rohstoff-Indizes
Die Unterschiede liegen in der Breite und in der Rollmethode. Der Bloomberg Commodity Index setzt auf Deckelung, der RICI auf Umfang, der UBS CMCI auf konstante Fristigkeiten. Diese Zusammensetzung schlägt sich direkt in der Performance nieder. Wer die Performance zweier Indizes über mehrere Jahre nebeneinanderlegt, sieht Renditeunterschiede von mehreren Prozentpunkten allein aufgrund der Rollmethode.
Rohstoff-ETFs im Vergleich: Zahlen und Fakten
Zwölf breit diversifizierte Rohstoff-ETFs sind an der Börse handelbar. Das Gesamtvolumen dieser Fonds liegt bei rund 12,44 Mrd. Euro, wobei die vier größten Fonds allein knapp die Hälfte davon auf sich vereinen.
Größte Rohstoff-ETFs nach Fondsvolumen
Ein hohes Fondsvolumen senkt die Gefahr einer Fondsschließung und verbessert die Handelbarkeit:
- iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF (IE00BDFL4P12): rund 1.986 Mio. Euro, TER 0,19 %
- iShares Bloomberg Roll Select Commodity Swap UCITS ETF (IE00BZ1NCS44): rund 1.470 Mio. Euro, TER 0,28 %
- UBS CMCI Composite SF UCITS ETF (IE00B53H0131): rund 1.215 Mio. Euro, TER 0,34 %
- L&G Multi-Strategy Enhanced Commodities UCITS ETF (IE00BFXR6159): rund 1.189 Mio. Euro, TER 0,30 %
Günstigste Rohstoff-ETFs nach Gesamtkostenquote
Die Gesamtkostenquote reicht von 0,12 % bis 0,60 % pro Jahr. Günstige Fonds verbessern über Jahre die Nettorendite:
- Xtrackers Bloomberg Commodity Swap UCITS ETF 1C: 0,12 % p.a.
- L&G All Commodities UCITS ETF: 0,15 % p.a.
- iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF: 0,19 % p.a.
Wertentwicklung im Überblick
Die Wertentwicklung breit diversifizierter Rohstoffe-ETFs war zuletzt kräftig. Über zwölf Monate erreichten die besten Fonds bis zu +36,83 %, über fünf Jahre rund +70,78 %. Im laufenden Jahr 2026 stehen etwa +28,64 %.
Solche Zahlen schwanken jedoch stark und lassen sich nicht fortschreiben. In den Jahren 2015 und 2018 lieferten dieselben Rohstoffe-ETFs teils zweistellige Verluste, was zeigt, wie zyklisch der Rohstoffmarkt verläuft.
Rohstoff ETF Vergleich der Einzelprodukte
Vier Fonds tauchen im Rohstoff ETF Vergleich besonders häufig auf. Sie zeigen, wie unterschiedlich die Ansätze sind.
iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF
Der iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF ist mit rund 1.986 Mio. Euro der größte breit gestreute Fonds. Er bildet einen optimierten Bloomberg Commodity Index ab und thesauriert die Erträge. Die niedrige Gesamtkostenquote von 0,19 % macht ihn für viele Anleger interessant.
Invesco Bloomberg Commodity Ex-Agriculture UCITS ETF Acc
Dieser Fonds klammert Agrarrohstoffe und Viehwirtschaft aus. Er konzentriert sich auf Energie, Edelmetalle und Industriemetalle. Wer ethische Bedenken gegenüber Nahrungsmittelspekulation hat, findet hier eine Alternative mit Bezug auf klassische Industrie- und Energiewerte.
L&G All Commodities UCITS ETF
Der L&G All Commodities UCITS ETF (A2DQ7M) folgt dem Bloomberg Commodity Index und punktet mit einer Gesamtkostenquote von 0,15 %. Damit gehört er zu den günstigsten breit gestreuten Fonds am Markt.
UBS CMCI Composite SF UCITS ETF
Der CMCI Composite SF UCITS ETF setzt den UBS CMCI Index um. Der SF ETF verteilt Futures über verschiedene Fristigkeiten und mindert so das Contango-Problem. Genau diese Konstruktion macht den SF ETF für Anleger interessant, die auf lange Sicht negative Rollrenditen dämpfen wollen. Das Fondsvolumen liegt bei rund 1.215 Mio. Euro.
Wie kann ich in Rohstoffe investieren?
Der Zugang zum Rohstoffmarkt läuft für Privatanleger fast immer über die Börse. Ein physischer Kauf von Öl oder Getreide scheidet aus. Es gibt drei praktikable Möglichkeiten für Ihre Investitionen.
Breit diversifizierte Rohstoff-ETFs
Ein einzelner Kauf deckt viele Rohstoffe ab. Das ist die einfachste Form, um in Rohstoffmärkten Fuß zu fassen. Der Fonds übernimmt das Rollen der Terminkontrakte.
ETCs auf einzelne Rohstoffe
ETCs bieten gezielten Zugang zu Gold, Silber oder einzelnen Industriemetallen. Physisch besicherte Gold-ETCs zählen zu den größten Produkten am Markt und dienen oft als Absicherung.
Commodity ETF kaufen über Broker oder Sparplan
Wer einen Commodity ETF kaufen möchte, benötigt ein Depot bei einer Bank oder einem Online Broker. Viele Anbieter führen die passenden Fonds im Angebot. Ein ETF-Sparplan macht den Einstieg planbar, denn er investiert automatisch in festen Raten.
Investieren in Rohstoff-ETFs mit Sparplan
Rohstoff-ETFs lassen sich einmalig oder per Rate besparen. ETF-Sparpläne verteilen den Einstieg über die Zeit und glätten schwankende Notierungen am Rohstoffmarkt.
Vorteile eines ETF-Sparplans
Ein ETF-Sparplan senkt die Gefahr eines schlechten Einstiegszeitpunkts. Bei einem Online Broker sind viele ETF-Sparpläne kostenlos oder günstig, häufig schon ab 25 Euro Monatsrate. So fließen kleine Beträge regelmäßig ins Depot, und die Kursentwicklung wird über viele Kaufzeitpunkte gemittelt.
Thesaurierung statt Ausschüttungen
Alle großen breit diversifizierten Rohstoff-ETFs sind thesaurierend. Ausschüttungen gibt es hier in der Regel nicht, die Erträge werden reinvestiert. Das steigert den Zinseszinseffekt im Portfolio. Wer über ETF-Sparpläne anspart, profitiert von diesem Effekt besonders stark, da jede Rate direkt weiterarbeitet.
Welcher ist der beste Rohstoff-ETF?
Den einen besten Fonds gibt es nicht. Die beste Auswahl hängt von Kosten, Zusammensetzung und der eigenen Strategie ab. Ein sinnvoller Rohstoff ETF Vergleich prüft mehrere Faktoren gemeinsam.
Kriterien für die Auswahl
- Fondsvolumen: mindestens 100 Mio. Euro, um Fondsschließungen zu vermeiden
- Gesamtkostenquote: niedrige TER verbessert langfristig die Rendite
- Rollstrategie: optimierte Ansätze wie beim UBS CMCI reduzieren negative Rollrenditen
- Index: breit gestreute Rohstoff-Indizes bevorzugen
- Liquidität: hohe Handelsvolumen sorgen für enge Spannen
Beste Rohstoff ETFs 2026 nach Fokus
Wer die besten Rohstoff ETFs 2026 sucht, unterscheidet nach Ziel. Für maximale Breite eignet sich ein Fonds auf den RICI mit 38 Rohstoffen. Für niedrige Kosten sprechen Fonds mit einer TER ab 0,12 %. Für die Rollproblematik bietet sich ein Produkt mit konstanten Fristigkeiten an. Diese Faktoren sollten Anleger nie isoliert, sondern immer im Zusammenspiel bewerten.
Sind Rohstoff-ETFs sinnvoll?
Rohstoff-ETFs sind kein Basisinvestment, sondern eine Beimischung. Sie ergänzen Aktien und Anleihen als Satellit im Portfolio.
Vorteile von Rohstoff-ETFs
Die Vorteile liegen in der Diversifikation. Rohstoffe zeigen historisch eine negative Korrelation zu Aktien und puffern Rückschläge ab. Als Inflationsschutz gewinnen sie oft an Wert, wenn die Inflation steigt, und dienen so als Absicherung gegen Kaufkraftverluste.
Ein Lieferketten Investment über breite Rohstoffkörbe partizipiert an globalen Angebots- und Nachfrageverschiebungen. Gerade in Phasen gestörter Lieferketten hat sich ein solches Lieferketten Investment in der Vergangenheit als stabilisierender Baustein erwiesen.
Risiken und Grenzen
Die Risiken sind erheblich. Rohstoffmärkte schwanken stark, mit Jahresverlusten von 20 % und mehr in schwachen Phasen. Das größte Risiko liegt in der Rollrendite und in synthetischen Strukturen mit Kontrahentenrisiko. Für eine reine Buy-and-Hold-Strategie sind Rohstoff-ETFs nur bedingt geeignet.
Contango und Backwardation verstehen
Beim Contango liegen künftige Lieferpreise über den aktuellen Kassapreisen. Das erzeugt negative Rollrenditen und schmälert die Rendite. Bei Backwardation ist es umgekehrt: künftige Preise liegen unter den Kassapreisen, was positive Rollrenditen bringt. Diese Mechanik prägt die Wertentwicklung stärker als kurzfristige Preisbewegungen am Rohstoffmarkt.
Rohstoff-ETFs richtig ins Portfolio einbauen
Eine klare Regel hilft bei der Gewichtung. Rohstoffe sollten das restliche Portfolio ergänzen, nicht dominieren.
Die richtige Gewichtung
Als Faustregel gelten maximal 5 bis 10 % des Gesamtportfolios für Rohstoff-ETFs. Diese Satelliten-Position liefert Diversifikation, ohne das Gesamtrisiko zu sprengen.
Ein Vergleich vor dem Kauf
Vor jeder Investition steht der Vergleich. Prüfe Zusammensetzung, Fondsvolumen, Kosten und Rollstrategie nebeneinander. So findest du den Fonds, der zu deinem Depot und deiner Risikobereitschaft passt.
Häufige Fragen zum Rohstoff ETF Vergleich
Welcher Rohstoff-ETF ist zu empfehlen?
Eine pauschale Empfehlung ist unseriös. Breit gestreute Fonds auf den Bloomberg Commodity Index oder den RICI liefern die größte Streuung. Die konkrete Auswahl richtet sich nach Kosten und Strategie.
In welche Rohstoffe sollte man 2026 investieren?
Statt auf einzelne Werte zu wetten, streuen breite Rohstoff-ETFs über Energie, Edelmetalle, Industriemetalle und Agrarrohstoffe. Das reduziert die Gefahr einzelner Fehlgriffe.
Sind physische Rohstoff-ETFs möglich?
Bei Gold und Silber ja, meist über physisch besicherte ETCs. Breite Rohstoffkörbe lassen sich nicht physisch abbilden, deshalb nutzen sie Terminkontrakte.
Fundierte Entscheidungen an der Börse
Ein sorgfältiger Blick auf Index, Kosten und Rollstrategie schützt vor teuren Fehlern. Rohstoff-ETFs sind ein starkes Werkzeug zur Diversifikation, verlangen aber Verständnis für Futures und aktives Monitoring. Wer diese Grundlagen kennt, trifft an der Börse fundierte Entscheidungen und nutzt den Rohstoffmarkt gezielt als Ergänzung im eigenen Depot.