
Netflix, Amazon und YouTube verbünden sich in Washington: Was hinter der ungewöhnlichen Allianz steckt
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Kernaussagen
- Netflix, Amazon und YouTube gründeten am 14. September 2026 die Streaming Access and Choice Alliance (SACA), eine gemeinsame Lobby-Organisation in Washington, die von der Branchenvertretung TechNet angeführt wird.
- US-Senatorin Tammy Baldwin brachte 2026 ein Gesetz ein, das Sportligen verpflichten würde, lokalen Fans kostenlosen Zugang zu allen Spielen ihrer Teams an einem einzigen Ort zu gewähren.
- Das US-Justizministerium und die Federal Communications Commission prüfen, ob die kartellrechtliche Ausnahmeregelung des Sports Broadcasting Act von 1961 überarbeitet werden sollte.
- Nach Angaben der SACA verfügen 99 Prozent der US-Haushalte über mindestens einen Streaming-Dienst, während nur noch 36 Prozent für Kabel- oder Satellitenfernsehen zahlen.
- Sport-Inhalte auf großen globalen Abo-Streaming-Diensten wuchsen laut SACA seit Januar 2024 um 52 Prozent.
Netflix, Amazon und YouTube gaben am 14. September 2026 die Gründung der Streaming Access and Choice Alliance (SACA) bekannt, eine Lobby-Organisation mit Sitz in Washington, D.C. Die drei Streaming-Konzerne, die auf dem Markt sonst als direkte Konkurrenten auftreten, bilden damit eine gemeinsame Front gegenüber Bundesbehörden und Gesetzgebern.
Die Allianz wird von TechNet angeführt, einer Technologie-Branchenvertretung mit 106 Mitgliedsunternehmen. Mike Ward, Senior Vice President für Bundespolitik und Regierungsbeziehungen bei TechNet, leitet die Lobby-Bemühungen. Ward erklärte, Amerikaner wollten mehr Auswahl und Flexibilität bei der Art und Weise, wie und wo sie ihre Lieblingsinhalte ansehen, einschließlich Sport und anderer Live-Events.
Politischer Druck auf die Streaming-Branche wächst
Die Gründung der SACA erfolgte vor dem Hintergrund erheblicher politischer Kritik an der Streaming-Industrie. Politiker beider Parteien in den USA nehmen die wachsenden Kosten und die zunehmende Komplexität beim Zugang zu Sport-Inhalten ins Visier. Senatorin Tammy Baldwin (Demokraten, Wisconsin) brachte 2026 ein Gesetz ein, das darauf abzielt, Blackouts von Profisport-Spielen zu verhindern, das komplizierte Geflecht von Streaming-Diensten zu beenden und die Kosten für Zuschauer zu senken.
Baldwins Gesetzentwurf würde Sportligen verpflichten, lokalen Fans Zugang zu allen Spielen ihrer Teams an einem einzigen Ort zu gewähren – entweder im Fernsehen oder per Streaming – und das kostenlos. Nach Baldwins Berechnungen müssten Sportfans in Wisconsin derzeit mehrere kostenpflichtige Dienste abonnieren, um alle Spiele ihrer Teams verfolgen zu können.
Das Justizministerium und die Federal Communications Commission (FCC) eröffneten zudem eine Untersuchung zum Sports Broadcasting Act von 1961. Sie prüfen, ob die kartellrechtliche Ausnahmeregelung des Gesetzes, die es Ligen erlaubt, TV-Rechte gebündelt zu verkaufen, überarbeitet werden sollte. FCC-Vorsitzender Brendan Carr stellte die Frage, ob diese Ausnahme dazu führe, dass zu viele Sportrechte an kostenpflichtige Streaming-Dienste gingen.
Was die Allianz fordert
Die SACA formuliert auf ihrer Website mehrere politische Ziele. Die Allianz setzt sich für technologieneutrale Regelungen ein, die Innovation im Unterhaltungsbereich fördern und Streaming-Diensten ermöglichen, in ein breites Spektrum von Programmen zu investieren, einschließlich Live-Sport. Die Organisation fordert zukunftsgerichtete Regelungen, die Wettbewerb und Verbraucherwert fördern.
Die Lobby-Gruppe argumentiert, dass technologieneutrale Rahmenbedingungen erforderlich seien, damit Wettbewerb, Sehgewohnheiten und Innovation den Zugang bestimmen können. Zudem sollten Sportligen und Rechteinhaber weiterhin frei sein, Vertriebsverträge abzuschließen. Die strategische Absicht hinter der Allianz besteht darin, sicherzustellen, dass künftige Bundesaufsicht keine Regulierungen aus der Zeit des klassischen Rundfunks auferlegt oder die Fähigkeit der Plattformen einschränkt, exklusive Streaming-Rechte zu sichern.
Zahlen zur Verbreitung von Streaming-Diensten
Die SACA präsentiert auf ihrer Website statistische Daten, um ihre Position zu untermauern. Demnach verfügen 99 Prozent der US-Haushalte über mindestens einen Streaming-Dienst, der durchschnittliche Amerikaner nutzt drei Streaming-Dienste. Mehr als 90 Prozent der Haushalte haben Breitband-Zugang, während nur noch 36 Prozent für Kabel- oder Satellitenfernsehen zahlen. Lediglich 15 Prozent der Haushalte verlassen sich ausschließlich auf eine digitale Antenne für den Fernsehempfang.
Die Allianz verweist zudem darauf, dass Sport-Inhalte auf großen globalen Abo-Streaming-Diensten seit Januar 2024 um 52 Prozent gewachsen seien. Die SACA listet für diese Zahlen fünf Quellenangaben auf ihrer Website, nennt die Quellen dort jedoch nicht beim Namen.
Einordnung für Anleger
Die Bildung der Allianz zeigt, dass die drei Konzerne regulatorische Eingriffe als ernstzunehmende Bedrohung für ihr Geschäftsmodell bewerten. Exklusive Sportrechte gelten als wichtiger Wettbewerbsfaktor im Streaming-Markt, da Live-Sport zu den wenigen Inhalten gehört, die Zuschauer in Echtzeit verfolgen und für die sie bereit sind, zusätzliche Abonnements abzuschließen.
Für Netflix, Amazon und die Google-Tochter YouTube steht mit der Lobby-Arbeit in Washington die Frage auf dem Spiel, ob sie weiterhin uneingeschränkt um exklusive Übertragungsrechte konkurrieren können oder ob künftige Regelungen ihre Verhandlungsposition gegenüber Sportligen schwächen. Die ungewöhnliche Kooperation zwischen den sonst rivalisierenden Plattformen unterstreicht die Bedeutung, die alle drei Unternehmen dieser politischen Auseinandersetzung beimessen.