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Lieferketten-Krise 2026: Welche Industrie-Aktien vom Iran-Krieg am stärksten betroffen sind
Märkte1. April 2026· 3 Min. Lesezeit

Lieferketten-Krise 2026: Welche Industrie-Aktien vom Iran-Krieg am stärksten betroffen sind

Von Redaktion aktie.com

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

Kernaussagen

  • 90 Prozent der deutschen Industrie sind laut Ifo-Institut unmittelbar vom Iran-Krieg betroffen (Erhebung März 2026)
  • Fast 90 Prozent der Unternehmen rechnen mit erheblichen Geschäftseinbußen, so das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut
  • Energieintensive Industrien wie Chemie, Metallverarbeitung und Düngemittelherstellung geraten besonders unter Druck
  • Der IWF charakterisiert den Konflikt als globalen, asymmetrischen Schock über drei Kanäle: Energiepreise, Handel und Finanzbedingungen
  • Eine Umfrage unter mehr als 700 Betrieben in Nordrhein-Westfalen dokumentiert massive Belastungen durch steigende Transport- und Energiekosten

Der Iran-Krieg trifft die deutsche Industrie mit voller Wucht. Eine aktuelle Erhebung des Münchner Ifo-Instituts zeigt: 90 Prozent der deutschen Industrieunternehmen sind unmittelbar von den Auswirkungen des Konflikts betroffen. Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, ordnet ein: „Der Konflikt trifft die Industrie unmittelbar, sorgt aber vor allem für große Unsicherheit."

Fast 90 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit erheblichen Geschäftseinbußen, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut dokumentiert. Eine parallele Umfrage unter mehr als 700 Betrieben in Nordrhein-Westfalen bestätigt die massive Belastung durch steigende Transport- und Energiekosten sowie angespannte Lieferketten.

Energieintensive Branchen unter besonderem Druck

Die Chemiebranche, Metallverarbeitung und Düngemittelherstellung zählen zu den am stärksten betroffenen Sektoren. Diese energieintensiven Industrien geraten durch den Krieg im Nahen Osten zusätzlich unter Druck, was langfristig die Preise vieler Vorprodukte beeinflusst.

Der Mechanismus dahinter: Da die EU den Großteil ihrer fossilen Brennstoffe importiert, wirkt ein solcher Schock effektiv wie eine Steuer auf Haushalte und Unternehmen. Die Kaufkraft verringert sich, die Produktionskosten erhöhen sich – besonders für energieintensive Industrien, wie Simone Tagliapietra von der Denkfabrik Bruegel gegenüber Euronews erläutert.

Chemiesektor: Doppelbelastung durch Energie und Rohstoffe

Chemieunternehmen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits steigen die Energiekosten für die Produktion, andererseits verteuern sich petrochemische Rohstoffe. Diese Kostensteigerungen lassen sich in der aktuellen Nachfragesituation kaum an Kunden weitergeben.

Metallverarbeitung: Steigende Schmelzkosten

Für die Metallverarbeitung erhöhen sich vor allem die Kosten für energieintensive Produktionsschritte wie Schmelz- und Walzprozesse. Hinzu kommen Unsicherheiten bei Rohstofflieferungen, die über Seehandelsrouten transportiert werden.

Düngemittelhersteller: Mehrfachbelastung mit Folgen für Lebensmittelpreise

Die Düngemittelproduktion benötigt große Mengen an Erdgas. Steigende Energiepreise treffen diese Branche besonders hart. Die Bundesregierung hat bereits eine Taskforce eingerichtet, um gegen steigende Lebensmittelpreise vorzugehen – denn der Krieg im Nahen Osten lässt nicht nur die Kosten für Sprit steigen, sondern auch für Energie, Dünger und Transport.

IWF warnt vor globalem Schock

Der Internationale Währungsfonds (IWF) charakterisiert den Iran-Konflikt als „globalen, aber asymmetrischen Schock", der vor allem über drei Kanäle wirkt: Energiepreise, Handel und Finanzbedingungen. Besonders gravierend stuft der IWF die Störung der Energieversorgung ein.

„Der Krieg verändert auch die Lieferketten für Güter des täglichen Bedarfs und kritische Produktionsmittel", betont der IWF in einem aktuellen Blogbeitrag. Diese Einschätzung deckt sich mit den Beobachtungen deutscher Unternehmen, die von angespannten Lieferketten berichten.

Welche Aktien sind besonders betroffen?

Für Anleger im DACH-Raum rücken damit vor allem Industriewerte mit hohem Energiebedarf in den Fokus der Risikobetrachtung. Im DAX sind dies insbesondere Chemiekonzerne, Stahlproduzenten und Autozulieferer mit energieintensiver Produktion.

Unternehmen mit diversifizierten Produktionsstandorten dürften die Belastungen besser abfedern können als solche mit Konzentration auf europäische Produktionsstätten. Auch die Fähigkeit, Energiekosten an Kunden weiterzugeben oder langfristige Energieverträge abgeschlossen zu haben, unterscheidet die Betroffenheit einzelner Aktien.

Unsicherheit als zentrale Belastung

Neben den direkten Kostensteigerungen belastet die Unsicherheit die Investitionsentscheidungen der Unternehmen. Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut hebt hervor, dass gerade diese Unsicherheit ein zentraler Faktor ist. Unternehmen verschieben Investitionen, wenn die Planungssicherheit fehlt – was die wirtschaftliche Dynamik zusätzlich bremst.

Die Kombination aus steigenden Kosten, gestörten Lieferketten und Planungsunsicherheit trifft die deutsche Industrie in einer Phase, in der sich die Wirtschaft ohnehin in einer schwierigen Lage befindet. Die Ifo-Erhebung dokumentiert damit eine Belastung, die weit über einzelne Branchen hinausgeht und die gesamte industrielle Wertschöpfungskette erfasst.

Quellen

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