
Deutsche Automobilzulieferer unter Druck: Schaeffler mit Umsatzrückgang und schwachem China-Geschäft
Von Redaktion aktie.com
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Kernaussagen
- Schaeffler verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 2,7 Prozent auf 5,764 Milliarden Euro, der Gewinn sank von 83 auf 60 Millionen Euro
- Das China-Geschäft war in den ersten drei Monaten 2026 rückläufig, nur die E-Mobilitätssparte wuchs um 3,7 Prozent auf 1,210 Milliarden Euro
- Am 18. Juni 2026 verlor die Schaeffler-Aktie fast 10 Prozent nach der BMW-Gewinnwarnung – deutlich stärker als BMW selbst
- Vorstandschef Klaus Rosenfeld erwartet bis 2030 Aufträge im dreistelligen Millionenbereich aus dem Geschäft mit humanoiden Robotern
- Continental kündigte Ende Juli 2026 den Abbau von 580 Stellen bei Contitech und mehrere Werkschließungen an
Der Automobilzulieferer Schaeffler verzeichnete im ersten Quartal 2026 (Januar bis März) einen Umsatz von 5,764 Milliarden Euro – ein Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Währungsbereinigt ergibt sich wegen des starken Euros ein Plus von 1,0 Prozent. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag bei 5,0 Prozent, der Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug 270 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 60 Millionen Euro, nach 83 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
China-Geschäft rückläufig
Das China-Geschäft entwickelte sich schwach. In den ersten drei Monaten 2026 war der Umsatz in China im Vergleich zum Vorjahrsquartal leicht rückläufig. Dies stand im Kontrast zu Wachstum in anderen asiatischen Märkten außerhalb Chinas. Die Schwäche im weltweit größten Automarkt belastet den Zulieferer, der seit einer missglückten Continental-Übernahme mit einer hohen Schuldenlast kämpft.
E-Mobilität als einziger Wachstumstreiber
Von den vier Geschäftssparten wuchs nur die E-Mobilität. Die Umsätze mit E-Mobilität stiegen von 1,167 Milliarden Euro im Vorjahrsquartal auf 1,210 Milliarden Euro – ein Anstieg um 3,7 Prozent, währungsbereinigt um 6 Prozent. Die anderen Sparten verzeichneten Umsatzrückgänge.
Vorstandschef Klaus Rosenfeld erklärte am 5. Mai 2026, dass es erste Zeichen für ein Umdenken beim Umstieg auf E-Mobilität gebe, „auch in einem großen Markt wie Amerika" – bedingt durch gestiegene Ölpreise. Zu den Q1-Ergebnissen kommentierte er: „Grund zum Jubeln ist das nicht", sah sich aber in seinem Sparkurs bestätigt.
Kostenoptimierung und Energiepreis-Risiken
Rosenfeld betonte, dass die Sparmaßnahmen der vorherigen Monate Früchte trügen: „Unsere großen Werke haben alle Maßnahmen getroffen, um Kosten zu optimieren." Die infolge des Iran-Krieges gestiegenen Energiekosten seien für 2026 bereits „abgepuffert". Bezüglich 2027 äußerte sich der Vorstandschef vorsichtig: „Wir müssen sehen, was 2027 passiert."
Hohe Abhängigkeit von Autoherstellern belastet Aktienkurs
Am 18. Juni 2026 stürzte die Schaeffler-Aktie fast 10 Prozent ab. Dies war deutlich heftiger als die Reaktion auf die BMW-Gewinnwarnung selbst – ein Beleg für die hohe Abhängigkeit des Zulieferers von der Profitabilität der Originalausrüstungshersteller. Schaeffler selbst hatte operativ keinen neuen negativen Ausblick veröffentlicht; die Kursverluste wurden durch externe Warnungen der Autohersteller ausgelöst.
Neue Geschäftsfelder: Robotik und Rüstung
Neue Geschäftsfelder zeigten positive Entwicklung. Bei humanoiden Robotern existierten bereits 30 Prototypen und fünf konkrete Kundenkontakte. Rosenfeld erwartete bis 2030 Aufträge im Wert eines dreistelligen Millionenbetrages aus diesem Bereich.
Branchenweit Stellenabbau bei Zulieferern
Parallel zu Schaefflers Herausforderungen bauen Automobilzulieferer branchenweit Zehntausende Stellen wegen hoher Kosten ab. Continental kündigte Ende Juli 2026 beispielsweise 580 Arbeitsplatzabbau bei Contitech und mehrere Werkschließungen an. Die strukturellen Herausforderungen durch den Wandel zur E-Mobilität und hohe Energie- sowie Lohnkosten belasten die gesamte Branche.