
Amazon prüft Sale-Leaseback-Struktur für acht Milliarden US-Dollar an Nvidia-Chips
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Kernaussagen
- Amazon prüft eine Finanzierungsstruktur, mit der sich Nvidia-Chips im Wert von rund acht Milliarden US-Dollar aus der eigenen Bilanz auslagern lassen.
- Die Grace-Blackwell-GPUs sind bereits in mehr als einem Dutzend Rechenzentren in mindestens fünf US-Bundesstaaten installiert oder gerade in Installation.
- Amazon teilte Anlegern mit, für das Jahr 2026 mit Investitionsausgaben von 220 Milliarden US-Dollar zu rechnen – 20 Milliarden mehr als zunächst angekündigt.
- Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate rutschte auf minus 7,6 Milliarden US-Dollar, getrieben durch einen Anstieg der Ausgaben für Sachanlagen um 66,1 Milliarden im Jahresvergleich.
- Grace Blackwell liegt bereits eine Generation hinter Vera Rubin, Nvidias neuerer Architektur, wobei die Token-Kosten für Vera Rubin auf ein 35stel derjenigen von Grace Blackwell Ultra beziffert werden.
- Die Gespräche befinden sich in einem frühen Stadium und könnten sich noch ändern; ob und wann ein solches Vehikel tatsächlich aufgelegt wird, ist offen.
Amazon prüft eine Finanzierungsstruktur, mit der sich Nvidia-Chips im Wert von rund acht Milliarden US-Dollar aus der eigenen Bilanz auslagern lassen. Laut Informationen vom 3. Oktober 2026 lotete der Konzern zuletzt bei Investoren ein sogenanntes Sale-Leaseback-Modell aus: Tausende Grace-Blackwell-GPUs, die bereits in mehr als einem Dutzend Rechenzentren in mindestens fünf US-Bundesstaaten – darunter Nevada und Virginia – installiert sind oder gerade installiert werden, würden in eine spezielle Zweckgesellschaft übertragen und von dort zurückgeleast. Amazon und Nvidia lehnten eine Stellungnahme ab.
Zweckgesellschaft mit Fremdkapital und externer Beteiligung
Die Struktur sieht vor, dass Amazon die Chips in die Zweckgesellschaft einbringt, die sich über Anleihen refinanziert. Investoren könnten bis zu zehn Prozent der Anteile an der Zweckgesellschaft erhalten; Amazon selbst würde keine Eigentumsanteile halten. Die Hardware bliebe in US-Rechenzentren installiert, Amazon bezahlt Leasingraten und behält den Zugriff auf die Rechenkapazität.
Das Vorhaben markiert einen der bislang deutlichsten Versuche eines Hyperscalers, KI-Chips als eigenständige Anlageklasse zu behandeln, die Fremdkapital- und Leasingstrukturen trägt – statt sie dauerhaft als Sachanlagen in der Bilanz zu führen. Durch den Sale-Leaseback könnte Amazon die Verpflichtung in die Leasingangaben verschieben und die Bonität schützen.
Investitionsausgaben steigen auf 220 Milliarden Dollar
Die Überlegungen spiegeln den enormen Kapitalbedarf für KI-Infrastruktur. Amazon teilte Anlegern mit, für das Jahr 2026 mit Investitionsausgaben von 220 Milliarden US-Dollar zu rechnen – 20 Milliarden mehr als zunächst angekündigt. Der Großteil fließt in Rechenzentren und Chips für die Cloud-Sparte AWS. Konzernchef Andy Jassy nannte im Rahmen der Quartalszahlen für das zweite Quartal im Juli steigende Speicherchip-Preise und anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Kapazität als Gründe für die erhöhte Prognose. Jassy räumte ein, Amazon werde voraussichtlich nicht in der Lage sein, die gesamte Kundennachfrage bis 2026 und ins Jahr 2027 hinein zu decken.
Die finanzielle Belastung zeigt sich in den Cashflow-Zahlen: Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate rutschte auf minus 7,6 Milliarden US-Dollar, getrieben durch einen Anstieg der Ausgaben für Sachanlagen um 66,1 Milliarden im Jahresvergleich – primär für KI-Investitionen. Die langfristigen Verbindlichkeiten kletterten binnen Jahresfrist um 53,5 Milliarden auf 119,1 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal 2026 allein gab Amazon 54,2 Milliarden für Kapitalprojekte aus, ein Zuwachs von rund 68,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Anleihe-Emissionen stoßen auf unterschiedliche Resonanz
Um die Expansion zu finanzieren, zapfte Amazon wiederholt den Anleihemarkt an. Im März 2026 kündigte der Konzern eine Unternehmensanleihe über rund 50 Milliarden US-Dollar an – mehr als die ursprünglich geplanten 37 Milliarden, nachdem die Nachfrage stark ausgefallen war. Eine weitere Emission über 25 Milliarden US-Dollar im Juli stieß auf größeren Widerstand; Investoren forderten höhere Renditen für längere Laufzeiten. Insgesamt nahm Amazon 2026 über Anleihen 75 Milliarden US-Dollar auf.
Jassy erklärte in Analystengesprächen, Amazon habe bereits auf Fremdkapitalmärkte zugegriffen und verfüge über mehrere Finanzierungsoptionen.
Technologische Obsoleszenz als Risiko für Investoren
Ein zentrales Risiko für potenzielle Investoren in die Zweckgesellschaft ist die rasche technologische Veralterung von KI-Chips. Grace Blackwell liegt bereits eine Generation hinter Vera Rubin, Nvidias neuerer Architektur. Nvidia beziffert die Token-Kosten für Vera Rubin auf ein 35stel derjenigen von Grace Blackwell Ultra. Der Chiphersteller schätzt den Umsatz pro Gigawatt auf rund 25 Milliarden US-Dollar für Grace Blackwell und etwa 40 Milliarden für Vera Rubin – jede neue Generation lässt den Wert der Sicherheiten sinken.
Laut Jassy erreichen Server „ein wenig unter drei Jahren" die Gewinnschwelle und halten mindestens fünf bis sechs Jahre. In einem Sale-Leaseback-Modell würde Amazon die frühen, profitablen Jahre der Chip-Nutzung behalten, während Kreditgeber auf spätere Jahre angewiesen wären, in denen ein Chip zwei oder mehr Generationen veraltet ist und refinanziert oder weiterverkauft werden muss.
Gespräche bleiben vorerst im Sondierungsstadium
Amazon verbrachte nach Angaben vom Oktober mehrere Wochen damit, Investoren über die geplante Struktur zu informieren. Die Gespräche befinden sich weiterhin in einem frühen Stadium und könnten sich noch ändern. Ob und wann ein solches Vehikel tatsächlich aufgelegt wird, ist offen.