Während Amazon andernorts über den Abbau von bis zu 14.000 Stellen im weltweiten Konzernapparat spricht, legt der Tech-Riese in Spanien eine Milliardensumme auf den Tisch. Zusätzliche 18 Milliarden Euro sollen in den Ausbau von Rechenzentren fließen und KI-Innovation anschieben – insgesamt kommt Amazon damit in Spanien auf 33,7 Milliarden Euro.
Die Zahl wirkt nicht wie „wir machen auch was mit KI“, sondern wie ein echter Pflock im Boden. 18 Milliarden Euro – das ist kein Spielgeld, das ist eine Ansage, wohin Amazon seine Rechenpower in Europa kippen will. Umgerechnet entspricht das rund 21 Milliarden Dollar.
Politische Bühne: Mobile World Congress, Treffen mit Sanchez
Kommuniziert wurde das Ganze in Barcelona rund um den Mobile World Congress. Dort traf Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez Amazon-Topmanager David Zapolsky, den Chef für globale Regierungsangelegenheiten und Recht. Kurz danach kam die Investitionsmeldung – Timing, das kaum zufällig wirkt.
Zapolsky setzte auch sprachlich auf dicke Worte: Mit der Investition mache Amazon Spanien zum „KI-Epizentrum“ der eigenen Europa-Operationen. Übersetzt heißt das: Spanien soll Dreh- und Angelpunkt werden, nicht bloß ein weiterer Punkt auf der Landkarte.
Jobs bis 2035 – und Aragon bleibt der Kern
Zum Paket gehört ein großes Job-Versprechen: Die Investition soll bis 2035 bis zu 30.000 Arbeitsplätze unterstützen. Das klingt nach Rückenwind für den Standort – und es ist zugleich ein politisch dankbarer Hebel, wenn es um Akzeptanz für neue Großprojekte geht.
Auffällig ist außerdem: Amazon baut auf einer bereits angekündigten Vorleistung auf. Im vergangenen Jahr hatte die Cloud-Sparte AWS angekündigt, 15,7 Milliarden Euro in Rechenzentren in der nordöstlichen Region Aragon zu investieren. Das sollte bis 2033 über lokale Unternehmen hinweg im Schnitt die Entstehung von rund 17.500 Jobs pro Jahr unterstützen.
Die entscheidende Frage ist damit weniger, ob Amazon Spanien wichtig findet – das ist mit 33,7 Milliarden Euro beantwortet. Spannend wird, wie schnell aus der XXL-Ankündigung neue, tatsächlich verfügbare Kapazitäten werden und ob die KI-Euphorie am Markt den langen Atem bis 2035 auch wirklich durchhält.

