2,5 Milliarden Euro für eigene Aktien – damit macht die Allianz klar, was sie mit überschüssigem Kapital am liebsten anstellt: einsammeln und an die Aktionäre zurückreichen. Der Versicherer startet den nächsten Aktienrückkauf und legt dabei eine Größenordnung hin, die es so seit Jahren nicht gab.
Ab März will der Konzern bis spätestens Ende des Jahres eigene Papiere im Volumen von bis zu 2,5 Milliarden Euro erwerben. Das ist das größte Programm dieser Art seit 2017. Damals – beim ersten Rückkauf überhaupt – hatte die Allianz 3,0 Milliarden Euro dafür ausgegeben.
Rückkauf: Rückenwind, aber kein Selbstläufer
Was heißt das in normalem Deutsch? Die Allianz kauft sich ein Stück weit selbst zurück. Dadurch gibt es weniger Aktien am Markt – und wenn der Gewinn gleich bleibt, verteilt er sich auf weniger Stücke. Das kann den Gewinn je Aktie nach oben schieben und den Kurs stützen. Klingt gut, ist es oft auch. Nur: Es ersetzt keine starke operative Entwicklung, sondern baut eher ein Polster.
Dass der Konzern diesen Hebel regelmäßig zieht, ist kein Zufall. Die beiden Tranchen im Jahr 2024 summierten sich ebenfalls auf 2,5 Milliarden Euro, im vergangenen Jahr waren es zwei Milliarden. Seit 2017 hat die Allianz auf diese Weise eigene Aktien für insgesamt 16 Milliarden Euro zurückgekauft – Kapital, das nicht im Unternehmen liegen blieb, sondern zurück an die Aktionäre floss.
Zahlen am Donnerstag – und die Dividende im Schlepptau
Das Timing ist dabei bemerkenswert: Schon am Donnerstag legt die Allianz die Geschäftszahlen für 2025 vor. Im Herbst stellte das Management einen operativen Gewinn von 17,0 bis 17,5 Milliarden Euro in Aussicht, nach 16 Milliarden Euro im Jahr 2024. Analysten trauen dem Dax-Konzern im Schnitt knapp 17,4 Milliarden Euro zu.
Und damit rückt automatisch die Dividende in den Fokus. Experten erwarten 17,10 Euro je Aktie nach 15,40 Euro im Vorjahr. Die entscheidende Frage für Anleger: Liefert die Allianz mit den Zahlen die passende Munition – oder bleibt der Rückkauf am Ende nur der teure Versuch, gute Laune an der Börse zu konservieren?

