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16. Januar 2026

4,38 Milliarden Dollar Gewinn bei Goldman: So stark zieht das Deal-Geschäft wieder an

Goldman Sachs
Foto: Depositphotos.com / alexeynovikov

Wenn die Kapitalmärkte wieder nach vorne schauen, klingelt bei zwei Adressen besonders laut die Kasse: Goldman Sachs und Morgan Stanley. Ein starkes Schlussquartal hat beiden US-Großbanken ordentlich Rückenwind gegeben – und zwar genau dort, wo es am meisten abwirft: bei Deals und im Handel.

Beide Institute melden für das vierte Quartal deutlich höhere Gewinne. Das ist mehr als ein hübscher Quartalsausreißer: Es zeigt, wie schnell Banken profitieren, wenn Unternehmen wieder mutiger werden und Anleger ihre Portfolios häufiger umschichten.

Goldman: Deals ziehen, der Handel drückt aufs Tempo

Goldman Sachs verdiente im vierten Quartal 4,38 Milliarden Dollar (14,01 Dollar je Aktie) – nach 3,92 Milliarden Dollar (11,95 Dollar je Aktie) im Vorjahreszeitraum. Der Gewinnsprung kommt laut Bank aus sprudelnden Einnahmen im Handel und im Übernahmegeschäft sowie aus einem Sondereffekt rund um den Ausstieg aus der Apple-Kreditkarten-Partnerschaft.

Beim Investmentbanking – also dem Geschäft, bei dem Banker Firmen bei Fusionen, Übernahmen und Kapitalmaßnahmen an die Hand nehmen und dafür Gebühren kassieren – stiegen die Einnahmen um 25 Prozent auf 2,58 Milliarden Dollar. 2025 habe es einen Boom bei Fusionen und Übernahmen (M&A) gegeben, begünstigt durch ein unter Präsident Donald Trump gelockertes regulatorisches Umfeld, niedrigere Zinsen und hohe Barbestände in den Unternehmen. Goldman sicherte sich dabei erneut den Spitzenplatz im globalen M&A-Geschäft.

Auch auf dem Parkett lief es rund. Im Aktiengeschäft schoss der Ertrag auf einen Rekordwert von 4,31 Milliarden Dollar. Und im sogenannten FICC-Handel – das Kürzel steht für Anleihen, Währungen und Rohstoffe – legten die Erträge um 12,5 Prozent auf 3,11 Milliarden Dollar zu.

Dazu kommt die Seite des Geschäfts, die Goldman gern als stabileren Motor verkauft: die Vermögensverwaltung. Dort erreichten die Verwaltungsgebühren mit 3,09 Milliarden Dollar einen Rekord. Der Hintergrund ist simpel: Handel und Investmentbanking schwanken, Vermögensverwaltung liefert eher verlässlichere Gebührenströme. Parallel treibt Goldman den Rückzug aus dem verlustreichen Privatkundengeschäft voran.

Unterm Strich half auch ein Extra-Bonus: Der Verkauf der Partnerschaft für die Apple-Kreditkarte an JPMorgan Chase brachte einen einmaligen Gewinn von 46 Cent je Aktie. Außerdem konnte Goldman eine Risikovorsorge für Kreditausfälle in Höhe von 2,48 Milliarden Dollar auflösen. Die Aktie hatte 2025 bereits mehr als 50 Prozent zugelegt – die Messlatte für weitere Jubelrunden hängt also nicht gerade niedrig.

Morgan Stanley: Investmentbanking liefert den Schub

Morgan Stanley setzte im Schlussquartal ebenfalls nach: Der Gewinn stieg auf 4,40 Milliarden Dollar (2,68 Dollar je Aktie) nach 3,71 Milliarden Dollar (2,22 Dollar je Aktie) im Vorjahreszeitraum. Im vorbörslichen Handel legte die Aktie um 1,6 Prozent zu.

Der Treiber ist klar benannt: Investmentbanking. Die Erträge kletterten auf 2,41 Milliarden Dollar, nach 1,64 Milliarden Dollar im Vorjahr. Eine Welle großer Transaktionen habe das weltweite Volumen von Fusionen und Übernahmen 2025 auf über 5,1 Billionen Dollar getrieben. „Die Aktivitäten im Investmentbanking haben sich beschleunigt und die globalen Märkte blieben stark“, sagte Vorstandschef Ted Pick.

Zusätzliche Einnahmen kamen aus der Begleitung von Börsengängen und Anleiheemissionen – also aus dem Geschäft, Firmen frisches Geld über den Kapitalmarkt zu besorgen. Morgan Stanley war unter anderem am Börsengang des Medizintechnik-Anbieters Medline beteiligt, dem größten IPO des Jahres 2025. Und auch der Aktienhandel blieb ein Lichtblick: In schwankenden Märkten schichten Kunden öfter um – was für Banker meist heißt, dass wieder mehr Gebühren und Spreads hängen bleiben.

Ob das Tempo hält, entscheidet sich weniger an einzelnen Rekordzeilen als an der Deal-Pipeline: Machen die Unternehmen weiter große Ansagen – oder wird aus der aktuellen Aufbruchsstimmung doch nur ein gut bezahlter Endspurt?