Finanznachrichten für Aktien & Börse
Startseite
Kostenlose Aktien & Börsen-Reports
Börsen-Newsletter


8. Januar 2026

25.000 geknackt: Was den Dax gerade wirklich nach oben treibt

DAX
Foto: depositphotos.com / MichaelGromball

Deutschlands Wirtschaft schwächelt, aber an der Börse drückt gerade keiner auf die Bremse: Der Dax hat am Mittwoch seinen Höhenflug fortgesetzt, die 25.000-Punkte-Marke locker übersprungen und sich zeitweise sogar über 25.100 Punkte geschoben. Rückenwind kam ausgerechnet von klassischen „Wirtschaftszahlen“: Arbeitsmarktdaten aus der US-Privatwirtschaft und die Inflationsdaten aus der Eurozone wurden positiv ausgelegt, weil sie weitere Zinserhöhungen (also: teureres Geld) unwahrscheinlicher erscheinen lassen.

Unterm Strich blieb davon ein klarer Schlusskurs: plus 0,92 Prozent auf 25.122,26 Punkte. Und es war nicht nur die erste Reihe, die Party machte. Der MDax der mittelgroßen Werte legte 1,24 Prozent auf 32.064,64 Punkte zu und erreichte damit wieder den höchsten Stand seit Frühjahr 2022.

Zinsen: Der heimliche Motor

Trotz geopolitischer Spannungen wirkt die Börsenstimmung weltweit zum Jahresbeginn erstaunlich gelassen, fast schon zuversichtlich. Gleichzeitig rücken die Risiken wieder stärker ins Blickfeld – und genau da könnte es schnell ungemütlich werden: Wenn die Nerven kippen, kann die Luft für die Kurse rasch dünn werden.

Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater bringt den Widerspruch auf den Punkt: Angesichts der Weltwirtschaft wirke es paradox, dass die Aktienmärkte aufblühen. Sein Argument: Der Umbau der Weltwirtschaft setze enorme Investitionen frei – etwa durch staatliche Infrastrukturprogramme und den weltweiten Wettlauf um KI-Technologie. Anders gesagt: Der Markt schaut weniger auf das, was gerade knirscht, und mehr auf das Geld, das jetzt in neue Projekte fließt.

Venezuela, Öl – und die Liste der Stolperdrähte

Selbst der Angriff der USA auf Venezuela hat die Anleger bislang kaum aus der Ruhe gebracht. Statt Schockstarre dominiert die Hoffnung auf sinkende Ölpreise: Das wäre gut für die Weltwirtschaft, könnte den Preisdruck (Inflation) dämpfen und am Ende sogar weitere Zinssenkungen begünstigen. Kater warnt trotzdem: Zu den Gefahren zählen weitere militärische Konflikte – und auch eine Kreditvergabe, die aus dem Ruder laufen könnte, etwa an KI-orientierte Technologiefirmen.

In Europa zeigte sich am Mittwoch ein nüchterneres Bild. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,14 Prozent tiefer bei 5.923,57 Punkten. Der britische FTSE 100 landete ebenfalls im Minus, etwas deutlicher. Der Schweizer SMI ging nahezu unverändert aus dem Handel.

In den USA liefen die wichtigsten Indizes auseinander: Der Dow Jones Industrial gab leicht nach, während der Nasdaq 100 leicht zulegte. Die entscheidende Frage bleibt damit: Hält die gute Laune, wenn der nächste Risiko-Schub kommt – oder reicht ein falsches Signal bei Öl, Zinsen oder geopolitischen Konflikten, um die Rally aus dem Tritt zu bringen?