Ein dicker Brocken wie SAP stolpert – und der Dax macht gleich mit. Der deutsche Leitindex rutschte am Donnerstag um 2,07 Prozent auf 24.309,46 Punkte ab. Marktstrategen sagen: Knapp die Hälfte dieses Minus geht auf die schwache SAP-Aktie zurück.
Der Grund ist simpel, aber unerquicklich: SAP hat mit Quartalszahlen und Prognosen enttäuscht. Wenn so ein Schwergewicht einknickt, ist das für den Index wie ein Sandsack am Bein – der Rest kann sich abstrampeln, trotzdem wird’s zäh. Der MDax kam etwas glimpflicher davon, verlor aber ebenfalls: minus 1,29 Prozent auf 31.233,68 Zähler.
Iran-Risiko im Nacken – und aus den USA kommt noch Druck
Als zweiter Stimmungskiller gilt die Politik. Investoren schauen laut Marktstrategen wieder stärker auf geopolitische Spannungen, vor allem auf den sich zuspitzenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Das ist kein akademisches Randthema: Wenn da etwas eskaliert, werden Anleger oft schlagartig vorsichtig – und verkaufen lieber erst mal.
Am Nachmittag wurde es dann auch in New York ungemütlich. An der Wall Street gerieten die Kurse unter Druck, belastet vor allem von einer einbrechenden Microsoft-Aktie. Analystin Christine Romar von CMC Markets nannte das einen Seismografen für die Anlegerstimmung – übersetzt: ein Frühwarngerät, das anzeigt, ob im Markt was rumort. Ihre Warnung ist klar: Sollte es in den kommenden Stunden oder Tagen erneut zu einem US-Angriff auf den Iran kommen, könnte sich der Abwärtstrend in Frankfurt spürbar beschleunigen. Die Frage ist nun: War das nur ein harter Tag – oder der Auftakt zu mehr Ärger?

