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16. März 2026

20 Prozent weniger Stellen? Bei Meta wird der KI-Umbau zur Personalfrage

Meta
Foto: depositphotos.com / vzphoto

Bei Meta könnte der KI-Boom bald eine ziemlich brutale Kehrseite bekommen: Laut Reuters erwägt der Facebook-Konzern einen Stellenabbau, der 20 Prozent oder mehr der Belegschaft treffen könnte. Noch ist nichts endgültig beschlossen. Aber schon die Größenordnung zeigt, worum es hier geht: nicht um kosmetische Korrekturen, sondern um einen möglichen Kahlschlag.

Reuters beruft sich auf drei mit der Sache vertraute Personen. Demnach sollen Führungskräfte hochrangige Manager bereits darüber informiert haben und sie angewiesen haben, Planungen für den Stellenabbau anzustoßen. Ein konkretes Datum gibt es dem Bericht zufolge noch nicht, der genaue Umfang ist ebenfalls offen. Meta weist die Darstellung zurück. Unternehmenssprecher Andy Stone sprach von spekulativer Berichterstattung über theoretische Ansätze.

KI kostet Milliarden – und soll zugleich Leute ersetzen

Der Hintergrund ist ebenso simpel wie unerquicklich: Meta steckt gewaltige Summen in seine KI-Infrastruktur und will diese Ausgaben offenbar an anderer Stelle auffangen. Gleichzeitig setzt der Konzern darauf, dass KI viele Aufgaben effizienter erledigt. Übersetzt heißt das: Was früher größere Teams brauchte, soll künftig mit deutlich weniger Personal laufen.

Zuckerberg selbst hatte diese Richtung im Januar ziemlich offen angedeutet. Projekte, für die früher große Teams nötig gewesen seien, könnten nun von einer einzigen sehr talentierten Person erledigt werden, sagte er damals. Das klingt aus Konzernsicht nach Produktivitätsschub. Für Mitarbeiter dürfte es eher wie eine Vorwarnung klingen.

Wäre der größte Einschnitt seit den früheren Entlassungswellen

Sollte Meta tatsächlich 20 Prozent der Stellen streichen, wäre das der härteste Schnitt seit den großen Umstrukturierungen Ende 2022 und Anfang 2023. Zum 31. Dezember hatte der Konzern laut seinem jüngsten Bericht knapp 79.000 Mitarbeiter. Im November 2022 hatte Meta bereits 11.000 Stellen gestrichen, damals rund 13 Prozent der Belegschaft. Nur wenige Monate später folgte die nächste Runde mit weiteren 10.000 Jobs.

Auffällig ist, wie klar sich hier ein Muster abzeichnet. Meta investiert aggressiv in generative KI, lockt teure Forscher an, übernimmt Firmen und versucht zugleich, die eigene Kostenbasis wieder straffer zu ziehen. Das passt ins Bild einer Branche, in der viele große US-Technologiekonzerne 2026 wieder deutlich härter auf Effizienz und Rendite schauen.

Die spannende Frage ist nun nicht nur, ob Meta diesen Schritt wirklich geht. Entscheidend wird auch sein, wie radikal der Konzern seinen Umbau Richtung KI noch treiben will. Einerseits verspricht sich Zuckerberg davon mehr Schlagkraft im Wettbewerb. Andererseits zeigt schon die Debatte über mögliche Kürzungen, wie teuer dieser Wettlauf inzwischen geworden ist.